Tourenbericht AV-Skitour am 14.4.02
(Hochgöll statt Schareck)

Die 6 Teilnehmer: Kerle Michael, Schroll Jakob, Koch Resi, Weber Peter, Hofmann Rudi, Riesemann Heinrich (Tourenleiter)

Das Wetter versprach nichts gutes, angesagt waren größere Niederschläge, bis 1000 m in Schnee, Berge in Wolken. So war die geplante Tour zum Schareck nicht das richtige. Wir entschlossen uns für ein Konditionstraining zum Hohen Göll, da findet man zum Gipfel bei jedem Sauwetter – dachten wir.

Beim Auspacken der Ski kam uns der große VW-Bus von Heini zugute mit einer schützenden Heckklappe, so wurden wir wenigstens beim Anziehen der Schuhe nicht nass. Aber herrlich, nach langer Zeit wieder ein Regen. Einem Berggeher kann kein Wetter zu schlecht sein, wir schulterten die Skier und fanden schon nach 20 Minuten Fußmarsch den ersten Schnee. Das Wetter war gnädig zu uns, nur mehr Graupel. So kamen wir rasch voran, es gab ja nicht viel zum schauen.

Im Alpeltal fanden wir das, was wir suchten, wunderschönen Neuschnee. So ließen wir es uns nicht nehmen, unaufhaltsam mit schnellen Schritten dem Gipfel entgegenzustürmen. Unterwegs fanden wir vier Salzburger, die mit sich und der Umwelt haderten. Nur ihr Schäferhund zog nach oben. Der Anblick, dass eine Frau unter uns das miese Wetter nicht scheute, riss einen  von unseren Nachbarn zu der diskriminierenden Äußerung hin „was, sogar eine Frau ist heute unterwegs“. Das packte sie an der Ehre und so folgten sie uns zum Gipfel. 

Wir waren froh, an einem so winterlichen Frühlingstag am Gipfel zu stehen. Nicht lange rastend – ich brauchte noch ein bisschen Zeit für meine gute Brotzeit – ging’s mit anfangs etwas unsicheren Schwüngen wieder hinunter vom Gipfelplateau in die von alten Skispuren zerfahrene raue Mulde. Der Neuschnee wurde aber immer besser und so konnten wir viele wunderschöne Schwünge im immer besseren Schnee ziehen. Unsere Aufstiegsspur war längst zugeschneit, das zur Orientierung vermeintlich so sichere Tal gar nicht so sicher. Jakob mit seiner Spürnase fuhr voraus, wir auf Sicht hinterher. Hinunter ging’s einen butterweichen Hang, doch plötzlich standen wir vor einer Steilstufe. Sind wir im Pflugtal? Ist der Steilaufschwung neben uns das Pflughörnd? Wir sind auf Hm 1900. Die vier Salzburger folgten uns und als wir nicht mehr weiter konnten, hörten wir nur die Bemerkung "die haben doch keine Ahnung". Wir legten die Felle an und stiegen zurück und suchten unseren Weg mit Karte und Kompass entlang den Felswänden westlich. Super, ich glaube, wir haben den richtigen Weg. Wieder eine butterweiche Abfahrt, doch dann der nächste Absturz. Leise Gedanken, wie bin ich ausgerüstet für ein Biwak, wie viel Ersatzkleidung ist im Rucksack, was könnte sein wenn .......

Wie legten wieder die Felle an und begannen erneut den Aufstieg. Die Salzburger mit Ahnung standen noch an der gleichen Stelle, einer suchte unsere Aufstiegsspur. Die war aber längst weg. Nach ca. 2 Stunden und mittlerweile etlichen zusätzlichen Höhenmetern lichtete sich etwas der Nebel und wir konnten erkennen, dass ein Stück weiter oben der Weg nördlich zur Abfahrt führte. Erleichtert legten wir los, nahmen Kurs in die richtige Richtung. Die Sicht wurde wieder schlechter, wir glaubten jetzt geht’s hinunter, doch was war, wir fanden wieder unsere alten verkehrten Spuren. So stiegen wir wieder zurück, diesmal ohne Felle, dafür umso anstrengender, im sicheren Glauben, es kann dann nur die nächste Mulde zur Abfahrt führen. Diesmal hatten wir recht. Es war der richtige Weg. Auf festem  Nassschnee ging’s in flotten Schwüngen ins Tal nach Hinterbrand.

Eine interessante Tour war zu Ende mit der Erkenntnis, dass auch eine noch so sichere Tour sehr unsicher sein kann.

Heini Riesemann

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aktualisiert: 10.12.04 A.H.

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