Eine Woche in den Niederen Tauern.

Auf dem Weg zum Schober

Nicht allzu oft „verirren“ wir Bergwanderer aus  dem bayrischen Raum uns in eine Berglandschaft, die das Attribut „nieder“ in seinem Namen trägt. Zeugt so eine Benennung doch davon, dass es woanders Gleiches größer gibt, sicherlich gewaltiger, namhafter und damit lohnender, aber in jeder Hinsicht eindrucksvoller.

Die Wölzer Tauern, ein Teilgebiet der Niederen Tauern um Oberwölz beeindrucken auch nicht durch gewaltige Felsmassive, steile Wände, Klettersteige oder gar Felsnadeln.

Nein, die Wölzer Tauern sind Wanderberge mit langen, tief eingeschnittenen Tälern. An den Hängen trohnen prächtige Bauernhöfe inmitten saftiger, grüner Wiesen, bestens mit Straßen und Wege erschlossen. Der Waldgürtel trennt die Siedlungen von den Almen, die sich ganz oben auf den langen Bergrücken ab einer Höhe von 1400 Metern beginnen und bis zu den höchsten, grünen Gipfeln (2500m) führen: herrliche Weide- Wander- (auch Skitouren-) Gebiete mit duftenden Berggräsern und wunderbarer Blumenpracht, wie Arnika, Kohlröserl, Almrausch und viele, viele andere.

erste Rast vor dem hohen Zinken Auf dem Großen Zinken

Vom 29. Juni bis 06. Juli 2002 hatten wir im Gasthof zum Mohr`n in Oberwölz Quartier bezogen, Dreißig an der Zahl waren wir. Da wurden wir natürlich bestens versorgt und beraten. Aufgefallen sind wir in der kleinsten Stadt Steiermarks sofort, denn so viele Leute sind in so einem kleinen, überschaubaren und verträumten Städtchen (der Ort mit Umgebung gehörte von 1007 bis 1803 dem Bischof von Freising) einfach nicht zu übersehen.

auf dem Schober Rast bei der Holzerhütte

Täglich Berggipfeln zu erwandern war nur mit unseren Autos möglich. Jeden Morgen zog sich nun eine Schlange von etwa 9 Pkws hinein in eines der Täler bis zur letzten Hütte. Da begann in der Regel der Aufstieg. Am Sonntag probten wir das Eingehen vom Lachtal über die Klosterneuburger Hütte (1879m) über die Zinken (2222m) zum Schießeck (2275m) und zurück auf unfreiwilligen Umweg über die Sandlerhütte. Fast acht Stunden waren wir da unterwegs. Deutschland spielte an diesem Tag um die Fußballweltmeisterschaft, da haben natürlich einige abgekürzt.

Einkehr auf der Roßalm neblig wars auf der Roßalmspitze

An den anderen Tagen bestiegen wir die Schoberspitze  (2423m) und den Talkenschrein (2319m), auf das Steineck (2260m) wanderten wir, die Rossalmspitze (2237m) und am Freitag noch auf den Hochstubofen (2385m) mit anschließender Überschreitung der Rötelkirch-Spitze (2475m) durch fünf Teilnehmer. Das war ein strahlender, klarer Tag mit frischer Temperatur, nach einer Woche wolkenverhangener, gewittriger Tage mit fast stürmischem Wind in Gipfelnähe. Einige male brachen wir die Tour wegen Nebel ab und am Donnerstag stiegen nur zwei ganz Unentwegte auf  den Pleschatz (1797m), die übrigen zogen es vor den verregneten Vormittag mit einer Stadtführung zu überbrücken, am Nachmittag reichte es noch für eine Wanderung zum Speckbauern mit uriger Brotzeit in der guten Stube.

auf dem Hochstubofen auf der Rötelkirch-Spitze

Allen hat es gefallen, auch denjenigen, die nicht jede Tour mitmachen konnten, weil in unserem Alter sich so manches körperliche Gebrechen einstellt und seien es auch Wasserblasen an beiden Füßen.

Bericht: Fritz Graml
Fotos: Maria Voitswinkler
Internetbearbeitung: Alois Herzig

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aktualisiert: 10.12.04 A.H.

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