Bergerlebnisse einmal ganz anders …..

 Radltouren im Monte Baldo-Gebiet am Gardasee vom 18. bis 24. Sept. 2002

 

Am frühen Septembermorgen trafen sich zwölf Radlbegeisterte: Herbert, Hilde, Irmi T., Hubert, Gitti, Josef, Irmi L., Hans; Michael, Rosi, Doris und Heini, vollbepackt für eine Unternehmung, die Schönheit der Berge und der romantischen Landschaft am Gardasee mit einer Gruppe unseres Vereins gemeinsam zu erleben. Schon bei der Tourenbesprechung zeigten sich  die Teilnehmer neugierig auf die Ziele , um sich mental und konditionell  gut vorbereiten zu können, denn die meisten hatten noch keine Erfahrung in der Gruppen am Berg.

 

Mit gemischten Gefühlen ging’s nun auf der von Lkws überfüllten Autobahn über den Brenner durch das Eissacktal und weiter durch das fruchtbare Etschtal vorbei an Trient nach Bardolino auf einen Campingplatz direkt am Gardasee. Platz fanden wir in Wohnbungalows, wo wir ungestört eine kleine, schöne Wohngemeinschaft bildeten. Erna und Eugen waren schon angereist und wohnten in ihrem Campingbus.

Kaum angekommen, fragten die ersten schon wie die scharrenden Pferde vor dem Turnier, „was wird denn heute noch geradelt?“ So machten wir uns noch am Nachmittig zu einer Tour hinauf nach  La Prada am Monte Baldo, einer Landschaft etwa 1000 m über dem Gardasee. Bei noch spätsommerlichen Temperaturen ging’s zuerst durch Zypressenalleen, Wein- und Obstgärten, dann in ein Almengebiet, als sei es im Chiemgauer Land. Den dort herrlichen Blick zum Gardasee und Monte Baldo mussten wir uns denken, war es doch sehr diesig. Eine Genussabfahrt über 15 km zurück nach Garda hatte aber alles entschädigt.


Am zweiten Tag war eine Wadlbeißertour angesagt. Am See entlang radelten wir zum kleinen Hafenstädtchen Torri und setzten mit der Fähre nach Maderno ans Westufer über. Zuerst suchten wir durch die kleinen Gässchen um den Einstieg in die Biketour zum Monte Spino zu finden. 1200 Hm Aufstieg standen uns bevor. Gingen die ersten Kilometer noch auf engen steilen Gassen empor, so waren wir bald in der Wildnis um den M. Pizzocolo. Bald waren wir hoch über dem Gardasee. Herbert und Hubert versuchten auch die heikelsten Wegstücke mit dem Stahlesel zu erklimmen, Doris und Irmi vertieften sich in Gespräche und vergaßen dabei ganz, dass sie das Radl steil bergauf schoben. Nach einigen Stunden waren wir alle erleichtert auf dem Passo Spino. Nur mehr eine halbe Stunde zum Riffiugio Spino. Wir waren die einzigen Gäste. Unsere und die Freude des alten Hüttenwirtes war groß als wir Minestrone, Spagetti und muskelaufbauenden Vino Rosso serviert bekamen. Gestärkt und mit Mut ging’s zur Abfahrt durch das wilde Tal des Toscolano, dem kleinen Fluss aus dem Lago di Valvestino. Diesen Hochgenuss konnten auch Reifenpannen oder steife Finger nichts anhaben. Am späten Nachmittag kehrten wir glücklich und zufrieden wieder mit dem Schiff zurück nach Torri.

 

 

Der dritte Tag sollte etwas zum Erholen sein. Wir radelten durch die Rebgärten von Bardolini, Cola, Lazise bis zum wunderschönen Parco Sigurta. Dieser Park zählt zu den größten und schönsten in Europa. Dutzende von Schildkröten ahnten nicht, dass Herbert mit seinen langen Armen sie mitten aus dem Teich fangen konnte. Aber Schildkrötensuppe war nicht gefragt. Einen Teil der 7-km–langen Wegstrecke im Park strampelten wir bewundernd und genüsslich per Rad ab. Der Rückweg führte uns entlang der Garda zum Ausfluss des Gardasee bis Peschiera. Da gab es dann eine Capuccino-Pause. Am Ende waren es doch wieder gute 70 km Wegstrecke. Ein festlicher Grillabend a la Heini mit besten Salaten von unseren Damen und Bardolino Wein direkt aus dem Fass des Weinbauern ließen auch diesen Tag zum Erlebnis werden.


Gestärkt aus dem guten Menü des Vortages war am vierten Tag ein Höhepunkt angesagt, die Almenrunde. Die Räder auf die Autos gepackt fuhren wir zuerst zum Ausgangspunkt beim Rif. Novezzina auf 1225 m auf dem südlichen Rücken des Monte Baldo. Dann ging’s gleich über Viehpfade, schottrige Wege und Weiden hinunter und hinauf zur Alpesina. Hunderte von Kühen waren erstaunt über unser seltsames Tun in ihrem Lebensraum, aber wir boten ihnen ja Abwechslung. Erstaunlich schnell waren wir auf dem Rif. Graziani auf 1620 m, direkt unter dem M. Altissimo, dem Hauptgipfel des Monte Baldo. Dass der anstrengenste Teil der Tour uns noch bevorstand, hatten wir etwas übersehen. Nun ging’s hinab über einen steilen Kuhpfad, für Biker ein Genuss. Irmi war dabei gleich schneller als ihr Radl, aber gottlob ohne große Blessuren. Nun führte uns der Pfad in ein unübersichtliches Gelände, die Orientierung war sehr schwierig. Aber wo kein Weg, kann man noch immer sein Gefährt tragen. Nach einigem Suchen fanden wir den Tobel zum Stua Stausee. Eine „baazige“ Angelegenheit, dafür nicht so hart, wenn man Bekanntschaft damit macht, meinte Doris. Dann noch ein interessanter Pfad entlang am Stausee und es wartete ein langer Anstieg auf einer Teerstraße auf uns. Manche meinten, schon genug getan zu haben, aber es stand nach einer rasanten Abfahrt nochmals ein Aufstieg auf schottriger Straße mit fast 500 Hm vor uns. Ein Teil der Gruppe zog eine Abkürzung vor, der harte Kern stand die Tour durch, die noch fast 1 Stunde länger dauerte. Bei der beeindruckenden Wallfahrtskirche Madonna della Corona fanden wir uns dann wieder, wo die Ersten schon beim Capuccino saßen. Nach einer besinnlichen Einkehr in der Wallfahrtstätte und einem Dankgebet für den schönen und unfallfreien Tag wurden die nächsten 25 km von insgesamt ca. 35 km Abfahrt aufgesattelt. Die Damen brachten die Autos nach Hause und wer Lust auf die rasante Fahrt hatte zog sich warm an (Höhenunterschied insges. 1000 Hm). Zu Hause wartete ein  festliches Buffet auf uns, das Irmi und Erna für uns liebevoll zubereitet hatten.

Am 5. Tag – es war Sonntag – war Erholung angesagt. Ein gutes Frühstück und am Nachmittag einen lecker schmeckenden Kaiserschmarren aus Heini’s Grillpfanne schafften neue Kräfte. So besichtigten wir nach einer kurzen Schwitztour den deutschen Soldatenfriedhof in Costermano. 22.000 deutsche Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Die meisten davon waren erst 1945 gefallen und viele unter ihnen waren noch nicht mal 18 Jahre. Betrübt verließen wir an diesem Wahlsonntag den schön angelegten Friedhof. Am Abend genossen wir noch die Aussicht vom La Rocca über den Gardasee bei herannahendem Gewitter.

An den beiden letzten Tagen hatte Petrus kein Einsehen mit uns. Es goss wie aus Kübeln und so blieb noch Zeit für einen Einkaufsbummel und einem guten Essen in einem schönen italienischem Lokal. Auf den Bergen war der Winter eingekehrt, es war Zeit, nach Hause zu fahren.

Leider war eine Bergradlwoche zu Ende in einer Gruppe, die viel Spaß bereitete und einen tollen Gemeinschaftssinn zeigte.

Leitung der Tour und Bericht: Heini Riesemann
Fotos: Hubert Hauber u.a.
Internetbearbeitung: Alois Herzig

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aktualisiert: 10.12.04 A.H.

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