Hohe Wege im Verwall

 

Endlich versprach der Wetterbericht einige zusammenhängende schöne Tage nach einer Periode sintflutartiger Regenfälle. Es war auch ein wunderschöner Morgen als wir durch das Inntal bis Landeck und weiter entlang der Trisanna bis kurz vor Galtür fuhren. Hört man Galtür, denkt jeder an die schrecklichen Lawinenabgänge in den vergangenen Wintern. Das Verwall, bei uns weniger bekannt, ist der nördliche Nachbar der vielbesuchten Silvretta.

Für den ersten Tag haben wir uns viel vorgenommen. Das erste Ziel, die Friedsrichshafener Hütte, sie ist nach 1 ½ Stunden erreicht. Hans, ein Teilnehmer aus Augsburg, stößt hier zur Gruppe. Er war bereits am Abend vorher aufgestiegen. Nach einer kurzen Rast wandern wir im stetigen auf und ab auf dem Ludwig-Dürr-Weg zur Darmstädter Hütte. Ab etwa 2500 m lag etwas Neuschnee. Im Osten sind immer mehr Gipfel der Ötztaler Alpen, im Süden die gesamte Silvretta auszumachen. Unser Weg führt an den Flanken von Karkopf, Schönbleisköpfe, Küchelspitz, und Kuchenspitze entlang. Dunkle Felsformationen mit kleinen Restgletschern bestückt, knapp unter der 3000er Marke, die beiden letzteren darüber. Das Tagesziel, die Darmstädter Hütte im Halbkreis von vielen schönen bizarren Gipfeln, erreichen wir nach 10 Stunden wandern, zufrieden, hungrig und müde. Jetzt sind wir auch vollzählig. Der Heini ist nachkommend von St. Anton her aufgestiegen.

Der zweite Tag, eine gemütliche Sache, führt über den Apotheker-Weg zur Konstanzer Hütte. Für den heutigen Tag ist der Gipfel Scheibler 2978 m hoch vorgesehen. Er wird vom Kuchalajoch aus leicht ersteigbar erreicht. Dort genießen wir eine Sicht zu Hunderten von Gipfeln in nah und fern. Ein Puzzlespiel der Zuordnung, dabei ist es nahezu windstill und angenehm warm. Wieder unten auf den Joch lassen wir es uns gut gehen, auf den vielen großen Felsquadern und weiter talwärts noch mal auf einer Bergwiese. Ein echter Urlaubstag, unter dem Patteriol, dem bekanntesten Gipfel von Verwall. Die Konstanzer Hütte steht auf einem Schwemmkegel bevor sich der Fasulbach mit dem Rosannabach vereinigt. Eine schöne, relativ neue Hütte. Am Samstag muss ich leider die Gruppe verlassen. Unser gemeinsamer Weg führt talein bis der Bruckman-Weg abzweigt. Die größere Gruppe steigt über das Wannajöchl zur 2308 m hoch gelegenen Heilbronner Hütte. Die Gipfel, auch Sie mit kleinen Gletschern, Fasulspitz, Dallingerkopf, Mitterspitz, Vollandspitz, nur der Patteriol ist ein steiler Felsgipfel. Die Gunda und ich wandern am Fasulbach aufwärts bis zum Schafbicheljoch 2636 m. Wir sehen hier sogar noch blühende Soldanellen, Steinbrecharten und gelben Enzian. Das Zeitkonto lies noch eine kurze Gratwanderung über den Vertinesbleiskopf mit grandiosen Tiefblicken zu, bevor wir ins Tal absteigen. Ich hoffe, dass die Tage für alle etwas Erfahrung gebracht haben. Die Hauptgruppe wandert am Sonntag über den Friedrichshafner Weg nach Biel, dem Ausgangsort zurück.

Bericht: Resi Koch; Fotos: Michael Kerle
Internetbearbeitung: Alois Herzig

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aktualisiert: 10.12.04 A.H.

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