Mit dem MTB um die Dachsteingruppe
Beeindruckende 2-Tages-Tour am 14./15.6.2003

  

Drei Bundesländer – Salzburg, Oberösterreich und Steiermark - umgeben das mächtige Dachsteinmassiv. Rund um diesen Berg führt seit neuestem eine beschilderte Mountainbike-Route, die es in jeder Beziehung in sich hat.

Meiner Einladung zu dieser AV-Gemeinschaftstour folgen Franz, Kurt, Heini, Irmi, Herbert und Hilde. Wir starten um 7 Uhr früh im Lammertal. Bereits hier weisen Schilder mit der Aufschrift  „Dachsteinrunde, 173 km, 4600 Hm“ den rechten Weg, den wir aber bereits in Reit nach 200 Hm mit einer Abfahrt in Richtung Rußbach verlassen. Denn den Hornspitz wollen wir uns für den nächsten Tag verwahren.

Nach den ersten Höhenmetern Blick zum Tennengebirge

Kurz nach dem Pass Gschütt passen wir auf und übersehen hier nicht die Abzweigung der Forststraße, die uns hoch über Gosau mit herrlichem Blick zum Gosaukamm mit einem Gegenanstieg weiterbringt. In rasanter Fahrt auf der Teerstraße erreichen wir den Hallstätter See. Auch hier wäre ein Ausweichen auf eine Forststraße, deren Abzweigung wir nach der Brücke über den Gosaubach leider versäumen, möglich gewesen.

Hoch über Gosau mit Panoramablick zum Gosaukamm

Am einladenden Sommersbergsee

Auf der weiter gut bezeichneten Route geht’s nun über das Kopfsteinpflaster der alten Passstrasse zum Pötschenpaß. Direkt auf der Passhöhe beginnt wieder ein neuer Weg durch den Wald. Leider nehmen wir kurze Zeit später die falsche Forststraße zur Höhenalm, landen aber nach einem satten Trial an einem traumhaften Bergsee, dem Sommersbergsee. Hier in der Seehütte ist die erste Einkehr und für Herbert das erste Bad fällig.

Bei der anschließenden Abfahrt nach Bad Aussee kommen wir zu weit ins Koppental rein und finden erst nach längerem Suchen den Schotterweg zum Bahnhof Aussee. Der Weg zum und um den Ödensee herum (an der Kohlröserlhütte fahren wir vorbei!) ist die Verbindung nach Kainisch. Dort heißt es aber aufpassen, denn es fehlt ein Hinweisschild. Es wäre schade gewesen, wenn wir die Abkürzung über Bad Mitterndorf genommen hätten. Denn dann hätten wir die Einkehr auf der idyllisch gelegenen Steinitzenalm versäumt. Und diese Einkehr bei der bildhübschen Bernadette gehört zur Rundtour!

Rast an der Steinitzenalm

Die Ritzinger Hütte auf der Viehbergalm

Gestärkt mit roggenen Krapfen frisch aus der Pfanne können wir nun am Salza-Stausee unsere letzte Auffahrt in Angriff nehmen. Sie kostet wirklich die letzte Energie! Aber einem Tipp von Bernadette folgend statten wir kurz vor der Viehbergalm dem Miesbodensee einen Besuch ab. So etwas, meint man, gibt es nur in der kanadischen Wildnis: ein Moorsee mit glasklarem und warmem Wasser lässt alle Mühen vergessen. Die Blutegel am Ufer ignorieren wir. Wir haben keine Badebekleidung dabei, deshalb gibt es von dem See keine Fotos!

Kurze Zeit später landen wir in der Ritzinger Hütte. Lisa, die junge und ausgesprochen nette Sennerin hat bereits alles fürs Abendessen vorbereitet (ich war eine Woche zuvor oben und hatte alles arrangiert). Leider verhindert ein heftiges Gewitter den Ratsch bei Vollmond vor der Hütte, aber auch in der Alm ist es urgemütlich.

Herbert mit dem "Alkomaten" Heini mit der Huimaschine

Spannung Pur! Schafft er es?

Nach viel zu kurzer Nacht am Morgen leichter Regen. Doch frisch gestärkt mit einem kräftigen Frühstück wagen wir die Abfahrt durch die nebelverhangenen „Öfen“, ein extrem steiler Weg in einer Schlucht, nach Gröbming. 

Bereits am Bahnhof in Moosheim können wir uns unserer Regenkleidung entledigen und flott geht’s auf dem Ennsradweg  nach Weißenbach, wo uns ein Schild unmissverständlich den Weg zeigt: „Nach Ramsau, 31 km, 1200 Hm“. Also heißt es wieder Schluss mit Lustig! Der Weiterweg über Kulmberg ist aber recht abwechslungsreich. Bei der Rast am Panoramahotel (geschlossen, man könnte es kaufen) reißt es auch schon wieder auf.

Von Filzmoos Richtung Oberhoferalm

Zwischen Marchecksattel und Neuberg, im Kreis die Hofpürgelhlütte

In Filzmoos verlieren wir kurze Zeit unseren Heini und gemeinsam geht’s über den Marcheggsattel schnurstracks zum Gasthaus Neuberger Hof. Der Empfehlung von Herbert, dass wir uns vor dem folgenden Steilanstieg, den er schon kennt, stärken sollten, folgen wir gerne. Mit frischer Energie nehmen wir die Auffahrt zum Langeggsattel unter die Räder. Nach einer aussichtsreichen Abfahrt wartet noch einmal ein kurzer Gegenanstieg, bis es heißt: das waren die letzten Höhenmeter bergauf. Wenn wir den Hornspitz nicht doch noch mitnehmen! Aber auf der Lammertalstraße erübrigt sich die Frage nach dem letzten 600-Hm-Anstieg zur Edtalm: Eine Panne am Rad von Franz ist die Entscheidung (oder willkommene Ausrede?), auf diesen Abschluss zu verzichten. Denn nach einer Gesamtfahrzeit von 20 Stunden einschließlich der Pausen, ca. 180 Kilometer und gut 4000 Höhenmeter kann auch Schluss sein!

Mit diesen Schildern vorbildlich markierte Route

Die Bischofsmütze versteckt sich noch 

Nicht umsonst empfiehlt der MTB-Führer 3 bis 4 Tage für diese Runde. Aber es sollte auch eine kleine sportliche Herausforderung sein, die jeder mit Bravour meisterte! Aber sicher gingen die landschaftlichen Reize dieser großen Mountainbiketour nicht verloren.

Für Wiederholer hier noch einige Tipps:

Neben den Mountainbike-Karten „Tennengau“ der Österreichischen Bundesforste Tamsweg (erhältlich übers Internet oder bei den Touristenbüros im Tennengau, z.B. Hallein) ist die Mitnahme der F&B-Karte WK 281 ratsam. Wo Lücken in der Beschilderung auffielen, ist dies im Bericht vermerkt. Recht hilfreich ist der Hinweis, dass im Bereich Bad Mitterndorf-Gröbming die Tour auch als MTB-Route Steiermark bzw. Ennstalradweg ausgeschildert ist. Eine Einkehr oder so wie wir es machten die Übernachtung in der Ritzinger Hütte, der höchste Punkt der Rundtour, ist absolute Pflicht, aber bitte unter Tel. 0043 3685 22474 bzw. 0043 676 9459817 anmelden.

Alois Herzig

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aktualisiert: 10.12.04 A.H.

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