Obergaile

MTB-Touren

im

Lesachtal

(21. bis 31.08.2004)

 

Eigentlich war die Tourenwoche im Lesachtal für Mountainbikefahrer und Klettersteiggeher ausgeschrieben, die für ihre Unternehmungen eine bequeme Unterkunft den ungemütlichen und überfüllten Hütten vorziehen. Doch letztere hatten offensichtlich kein Interesse, Klettersteige ohne wohlklingende Namen bzw. auf wenig bekannte Gipfel zu begehen. So blieb mehr Zeit, das Gebiet im Länderdreieck Kärnten – Osttirol – Italien mit dem Bergradl kennen zu lernen.

Bei der Anfahrt über die Felbertauernstraße reichte bei entsprechendem Sauwetter der Neuschnee fast bis Passhöhe herunter. Doch bereits am nächsten Tag, der in Maria Luggau als Kirchtag gefeiert wurde, verwöhnte uns wieder die Sonne. Doch der Wetterbericht sprach nur von einer kurzen Wetterbesserung. Was liegt da näher als am folgenden Tag sofort mit der Königstour, der MTB-Runde ins italienische Sappada zu beginnen. Dies war sozusagen unsere „Eingehtour“ (nur der geht nicht ein, der eine Bombenkondition hat!).

Zu dritt radelten wir durchs Frohntal, bis nach der Ingridhütte die 3-stündige Schiebe- und Tragestrecke übers Hochweißsteinhaus und den Pso. di Sesis zur Calvihütte begann. Wir wurden für die Plagerei mit beeindruckenden Aussichten und der Riesenabfahrt nach Sappada belohnt, bevor es nochmals, beginnend bei 1000 Meter, aufs 2094 m hohe Tilljacher Joch hochging. Die letzten Kilometer dieser teils nicht einfach zu befahrenden Kriegsstraße ließen sich ganz schön betteln. Dafür ist die Abfahrt seit neuestem ab dem Joch für Radfahrer ausgebaut und bequem befahrbar. Die Rast an der Porzehütte war mehr als verdient. Den Heimweg zu unserer Unterkunft spulten wir auf der Hauptstraße ab, für heute hatten wir von anspruchsvollen Trialstrecken (über 70 km und ca. 2600 Höhenmeter) genug.

Auffahrt im Frohntal kurz vor der Ingridhütte

Am Psa. di Sesis (Blader Joch, 2312 m)

Der neu ausgebaute Übergang am Tilliacher Joch, im Hintergrund Obertilliach mit Golzentipp

Geschafft! Drei lachende Gesichter vor der Porzehütte

Nächstes Tagesziel war der Golzentipp, ein Gipfel im Pistengebiet von Obertilliach. Bernhard und Christine fuhren mit den 4 Kindern bis zur Connyalm mit dem Sessellift rauf und wieder zu dritt (Reinhard, Johanna und ich) packten die Strecke mit dem MTB an. Bei der Fahrt nach Obertilliach benutzten wir die Trasse der mittlerweile berühmten Dolomitenloipe, bevor es auf einer bequemen Forststraße aufwärts ging. Von der gemütlichen Gipfelrast blieb jedoch nicht viel übrig, Wolken und Sturm vertrieben uns in die Gaststube.

Abfahrt von der Connyalm, bereits im Nebel der Eggenkofel

Die neue Auffahrt zum Lumkofel

"Weg" von der Tscheltscher Alpe zur Schartenalm

So präsentierte sich uns die Lumkofelauffahrt von gegenüber (vom Riebenkofel)

Noch hielt das Wetter. Am folgenden Tag erkundeten wir (Reinhard und ich) die neue Forststraße zum Lumkofel. Beinahe hätte am Joch der Nebel die Rundtour verhindert. Eine kurze Aufhellung reichte aus, den Pfad zur Schartenalm zu finden. Von den 600 Höhenmetern zu dieser Alm hinunter waren sicher keine 30 zu befahren, doch abwärts geht’s auch mit dem Schieben leichter als aufwärts. Nach der wohlverdienten sonnigen Einkehr bei den Kuhhirten fuhren wir unsere Runde über Birnbaum und zum Schluß wieder auf der Teerstraße über Liesing zurück zu unserer Wohnung.

Regen am Morgen und Schnee bis ca. 2000 Meter veranlasste leider am nächsten Tag beide Familien, den Urlaub in Maria Luggau abzubrechen und nach Hause zu fahren. Doch bereits Mittag schien bei einem Stadtbesuch in Lienz wieder die Sonne und der folgende Tag sollte der schönste werden. Walli und ich machten uns am späten Vormittag auf den Weg zum Wolayer See. Walli ging von der Hubertushütte zu Fuß und ich versuchte, den als MTB-Route ausgeschilderten Weg mit dem Rad zu befahren. Doch einige Passagen musste ich ebenfalls, das Rad schiebend, zu Fuß zurücklegen, sie waren für mich zu steil und zu schottrig. Die uns wohlbekannte Aussicht von der Wolayerseehütte (früher hieß sie Eduard-Pichl-Hütte) genossen wir bei strahlend blauem Himmel. Die Fotos sagen alles! Lohn der Anstrengung mit dem Rad war eine knieschonende, wenn auch anspruchsvolle Abfahrt, abwärts ohne Schiebestrecke, aber keinesfalls für MTB-Einsteiger gedacht.

Schechtwettereinbruch, in ein paar Stunden war aber wieder alles vorbei!

Vorbildliche Wegweisung am Beginn des Wolyer Tales

Wolayer See mit der AV-Hütte

Biegengebirge im Bereich der Oberen Wolayer Alm

Die nächsten Tage im Telegrammstiel: MTB-Runde Lotteralm – Guggenberger Sattel (Kreuz wurde dort eingeweiht) - Samalm – Frohn – Mooser- und Ebnertal; Bergmesse Lackenalm (40 Jahre Bergwacht) – Überschreitung Riebenkofel; MTB-Runde Steinrastl – Ochsengarten – Connyalm. Als traumhaft konnten wir das Wetter nicht bezeichnen, doch wir wurden kein einziges mal naß und dies reicht uns aus, um es positiv zu sehen. Die MTB-Touren (bis die auf den Lumkofel) sind übrigens in der neuesten f&b-Karte bereits eingezeichnet, nicht aber die Schiebestrecken.

Samalm, grandioser Aussichtsberg oberhalb Maria Luggau, beste Sicht auch in die Lienzer Dolomiten

Kreuzeinweihung an der Sattelhütte, mit Eggenkofel

Die etwa 10.000 Höhenmeter im Lesachtal waren ein ideales Training für die anschließende Transalp Waging – Birnlücke – Venedig.

Alois Herzig

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aktualisiert: 10.12.04 A.H.

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