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Ziel erreicht!
Grundkurs Eis in der Silvretta - Wiesbadener Hütte

01.-04. August 2015 

Ich schiebe den Pickel unter das stramm gespannte Seil, damit sich dieses nicht noch weiter in den Firn einschneidet. „Jetzt könnt ihr anziehen!“ rufe ich meinen Seilpartnern zu. Mit vereinter Kraft ziehen diese Tina aus der Gletscherspalte. „Stopp“ Tina ist jetzt so weit oben und kann alleine die Wechte überwinden. Übung: Bergung aus einer Gletscherspalte mittels Mannschaftszug.

Als wir am Samstagvormittag an der Bieler Höhe ankommen ist der Himmel dunkel zugezogen. Wir packen unsere Rucksäcke in Regenhüllen und haben die Gore-Tex Jacke griffbereit. Anscheinend ist an den ersten Tagen immer schlechtes Wetter, wenn ich einen Grundkurs Eis halte. Diesmal habe ich die Wiesbadener Hütte in der Silvretta als Stützpunkt gewählt.

Die ersten Tage tue ich mich echt noch schwer, im Nebel passendes Übungsgelände für die verschiedenen Gehtechniken mit Steigeisen forderndes und trotzdem sicheres Gelände zu finden. Doch das Wetter bessert sich zusehends und die Gruppe kann alle Inhalte des Kurses gut üben.

Am Montagmorgen entscheide ich kurzfristig, dass wir zum Übungsgelände an der oberen Ochsenscharte nicht auf den bereits bekannten Weg, sondern über die Tiroler Scharte gehen. Ich dachte dieser Weg ist ein bisschen weiter aber dafür abwechslungsreich. An der Scharte finden wir eine Firnwechte vor, der weitere Weg ist nicht einsehbar. Meine Teilnehmer bereiten die Seile vor und angeseilt geht es weiter. Kurz nach der Scharte wird es im blanken Eis steil und wir müssen eine firnbedeckte Spalte überwinden! Spannend! Obwohl wir auch wegen des Klimawandels viel länger auf die Ochsentaler Scharte benötigen, hat es sich gelohnt, weil es schön und auch für meine Teilnehmer sehr lehrreich war!

Die Spaltenbergung mittels loser Rolle und auch die Selbstrettung aus einer Gletscherspalte gelingt mittlerweile sicher! Meine Gruppe arbeitet sehr gut mit und kann inzwischen auch steilere Abschnitte im blanken Eis sicher im Auf- und Abstieg begehen.

Es ist noch Zeit, die hintere Jamspitze nicht weit und die Gruppe motiviert! Die Entscheidung ist schnell getroffen und wir erreichen in gut einer Stunde den Gipfel. Auf diesem werden wir mit einem atemberaubenden 360-Grad-Rundumblick belohnt. „Ziel erreicht“ bekomme ich zu hören, als ich  kurz vor der Hütte zugebe, dass ich heute müde und ein wenig niedergeschlagen bin. An der Hütte zurück, gehen wir noch schnell duschen. Als wir uns zum Abendessen an den Tisch setzen, steht die Suppe schon auf den Tisch! Einen wunderschönen Tag am Berg ausgenützt: Ziel erreicht!

Für den letzten Tag entscheide ich, dass wir eine „Übungstour“ auf den Piz Buin machen. Der  Weg über den Ochsentaler Gletscher führt an einem beeindruckenden Eisbruch vorbei und später müssen wir uns den Weg durch ein Spaltenlabyrinth suchen. Ich finde toll, dass ich auch noch eine solche Art von Gletscher zeigen kann, die Gruppe ist beeindruckt und gleichzeitig begeistert. Von der Buinlücke erreichen wir über Geröll und einer kurzen Kletterstelle den Piz Buin. Das Wetter ist perfekt und wir können uns am höchsten Punkt der Silvretta gemütlich zum Brotzeit machen und staunen hinsetzen!

Am Abstieg machen wir an der Wiesbadener Hütte noch mal Stopp für Kaffee, Apfelstrudel und Kaiserschmarrn. Mit viel neuem Wissen, neuen Können und neuen Eindrücken fahren wir nach Hause!

Fotos, Kursleitung und Bericht: Stefan Stadler


Zustieg zur Wiesbadener Hütte


gezielter Steigeiseneinsatz im steilen Blankeis

Spaltenbergungsübung


Selbstsicherung mittels Prusikschlinge bei der Spaltenbergung

Bremsen im steilen Firn

Abstieg von der oberen Ochsenscharte,
hinten die Dreilländerspitze

Selbstrettung aus einer Gletscherspalte

auf der hinteren Jamspitze

Piz Buin und Silvrettahorn im Morgenlicht

auf dem Weg zum Piz Buin

Gipfelfoto Piz Buin

Spaltenlabyrint im Abstieg auf dem Ochsentaler Gletscher


Panorama vom Piz Buin

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aktualisiert: 02.09.2015 A.H.

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