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Hängebauchschweine und Wulfenia
Bergwanderwoche vom 01. bis 08. Juli 2006.

Naßfeld: Eigentlich ein typisches Skigebiet, diese Gegend hat Fritz für 2006 gewählt. Na, an Aufstiegshilfen, sprich Lifte, fehlt es auch nicht, wenngleich, da keine Skifahrer anwesend, sich die meisten davon im Sommerschlaf befanden.

Aber mal der Reihe nach: Schon die Anfahrt war etwas kompliziert, zuerst auf der Tauernautobahn, dann die Abfahrt Partenion nicht übersehen, und weiter geht’s über die Windische Höhe, Hermagor, die kleine Kreisstadt im Gailtal, bis zur Abzweigung Tröpolach, dann hinauf zum Naßfeld. Fast oben auf die Passhöhe, auf 1500 Meter, liegt unser Hotel. Mit vier Sternen, daher auch mit Wellnessoase, duften Zimmern und noch einigen zusätzlichen sympathischen Schikanen. Klar, bereits bei der Ankunft war Hochstimmung unter den 36 Teilnehmern.

Unwiderstehlich steht der Gartnerkofel (2195 m) im Osten. Bereits am ersten Tag, noch alle frisch und unverbraucht, starten alle vom Hotel zur Watschinger Alm, den Berg zu besteigen. In mehreren Gruppen, auf unterschiedlichen Pfaden, erreichen wir an diesem strahlenden Tag den unschwierigen Gipfel. Nicht alle, sind wir doch bereits im reiferen Alter.

Am Montag macht der Nachbarwirt eine Führung durch die Garnitzenklamm, da sind 9 dabei, eine beeindruckende Tageswanderung von Möderndorf im Tal aus. Wenig Wasser hat der Bach, seit der Schneeschmelze hat es dieses Jahr nicht geregnet. 

Im Süden grüßt der mächtige Rosskofel (2240 m). Schorsch übernimmt die Führung der 10er-Gruppe. Über die Winkelalm, die Via Ferrata Contino geht es hinauf, zurück über die Rossalm. Bei der Einkehr gibt es da Hängebauchschweine zu bewundern.

Im Westen reizt der Trogkofel (2280 m) mit Klettersteig. Josef ist hier der Treiber: Zuerst mit dem Auto ins Tal, dann mühsam  hinauf auf die Rudnig Alm (1621 m). Ein langer Anstieg folgt zum Einstieg der Via Ferrata Rosse´. Ja der Abstieg war dann problematisch: der Steig war unvollständig markiert (Via Ferrata Übelacher) und Renate hatte mit ihrem Fuß grausige Probleme. Das schafft alle. 

Ein weitere Gruppe genoss Land und Wetter (bewölkt) auf einer Almwanderung über die Rossalm (Hängebauschweine), Madritschensattel (1833 m) und Winkelalm.

Der Dienstag ließ sich neblig an. Doch nach dem Frühstück verzog er sich so nach und nach. Unser rühriger Wirt organisierte einen Taxitransport zum Stampoden auf der italienischen Seite für 18 Leute, da starteten wir die Überschreitung des felsigen Malurch (1899 m). Beim Abstieg über die Sella della Pridola kamen uns die Militärwege in der Südwand aus dem 1. Weltkrieg sehr zu pass, gewaltige Sprengungen waren da bestimmt notwendig. Auf der Winkel Alm trafen wir uns wieder mit den anderen, die Wirte des Naßfelds hatten zum Picknick mit Show-Musik eingeladen.

Die Eggenalm war ein fernes Ziel: Zuerst auf das Garnitzentörl (1858 m), dann wieder Abstieg zur neu gebauten Garnitzenalm (1640 m). Leute mit Knieproblemen kamen trotz der geringen Höhe ins Schwitzen. Aber dann ging es im sanften Ab und Auf voran, zuletzt auf ermüdenden Forstweg bis zur Kernitzen Alm. Die Straße mochte Fritz einfach nicht mehr weiter gehen. Er suchte so lange, bis eine nachfolgende Gruppe uns den gesuchten Jägersteig um den Plagna zur Eggeralm (1422 m) wies. Während sich die meisten dort an der Brotzeit labten, erstürmte Schorsch mit 3 guten Gehern den Poludnig (2000 m). Taxis brachten uns 31 Leute zum Hotel.zurück.

Pech hatten Max und Jürgen: Sie wollten am Zemula (2143 m) klettern, aber die Straße von Pontebba zur Lanzenalm war wegen Bauarbeiten unpassierbar. So kamen sie mit dem Auto auch zur Eggenalm.

Heute, Donnerstag, ist strahlender Sonnenschein und alle sind vor dem Frühstück schon ganz geschäftig: Die meisten (20 Personen) wollen auf den unschwierigen Hochwipfel (2195 m) und den Karnischen Höhenweg von der Rattendorfer Alm (1535 m) aus. Aber vorher ist noch eine staubige Anfahrt notwendig, verbunden mit einer Irrfahrt von 3 Pkw´s auf die Rattendorfer Riegel Alm, angeführt von Rosemarie. Das gibt lustige Diskussionen am Abend! Entschädigt werden aber alle von dem überbordenden Blumenmeer am Weg. Auch mehrere Edelweiß wurden gesehen!

Drei holen die versäumte, traumhafte Tour auf den Malurch nach, und acht Kunstsinnige stöbern im Tal herum, beschauen St. Andrä in Thörl, und Maria Gail, genießen einen herrlichen Ausblick von der Burgterrasse Landskron und natürlich Villach. . .

Gemütlichere wandern zur Rudnig Alm oder auch nur zur Treßdorfer Alm zum Erleben, Schauen und zur Käsejause. 

In einer so großen Gruppe sind die Bedürfnisse der Einzelnen unterschiedlich, so ist es nur zu natürlich, dass sich mehrere Aktionsgruppen formen: Am Freitag wandert die Mehrzahl über die Treßdorfer Alm zur Rudnig Alm. Da gibt es übergroße Sahnebecher. Drüben am Hang brummt vernehmlich ein Bagger beim Erweitern der Skipiste. Neue Lifte sind in Planung. Den hemmungslosen Eingriff in die Natur sehen wir dann noch beim Weiterwandern über den Madritschensattel. Nur flache Moorgebiete bleiben Gott sei Dank ausgenommen, weil skifahrerisch uninteressant. Auf den Abstieg können die, die sie noch nicht gesehen haben, die Hängebauchschweine auf der Rossalm bestaunen. Prächtig, niedliche Viecher.

Andere wandern über den Auernig (1863 m) zur Ofenalm. Da oben blüht die Wulfenia, einzigartig hier in Europa. Diese Blume blüht sonst nur noch im Himalaya. Die ganz Neugierigen haben sie am Sonntag schon entdeckt. Zurück geht es über die Kronalpe, Garnitzenalm. Als Fleißaufgabe gibt es noch einen Abstecher auf die Kammleiten (1998 m) gegenüber.

Am romantischen  Weißensee, auf der Kohlröserlhütte waren Ursula und Jürgen. Sie und Dorothea mit Karlheinz hatten vom Naßfeld anscheinend vorläufig genug.

Am Abend gab es noch eine kleine Feier: Fritz organisierte 2006 zum zwanzigsten mal die Bergwanderwoche und er will nicht mehr weitermachen! Mit einem Gedicht, Likör, Honig und Speck hat man ihm gedankt und ihn gelockt . . . 

Bericht: Fritz Graml


Aufstieg zum Gartnerkofel

Auf dem Gartnerkofel (2195 m)

Wulfenia und Almrose

Kammerleiten (1998 m) und Gartnerkofel

Die Hängebauchschweine auf der Roßalm
Auf der Via Ferrata Rosse`und Via Ferrata Übelacher am Trogkofel (2280 m)

Auf der Rudnig Alm

Der Wirt und 2 Grazien

Lustig gings beim Picknick 
auf der Winkelalm her!

Auf dem Weg zur Eggeralm

Auf dem Malurch (1899 m)

 

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aktualisiert: 12.11.06 A.H.

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