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Mit dem Bergradl von Traunstein zum Gardasee
28. Juni bis 4. Juli 2007

1. Tag: Von Traunstein nach Radfeld:
Bei schönem Sommerwetter sammelten wir, d. h. Hilde Kain, Sepp Gröbner, Rüdiger Wolfenstätter, Josefine und Franz Schmid, Karl-Heinz Kirchner, Maria und Max Glaser, Gerti Hofstetter, Michael Kerle, Doris und Heini Riesemann, Anneliese Lexhaller sowie die Tourleiter Irmi Leitenbacher und Herbert Reiter uns in Traunstein mit nötigem und vielleicht auch unnötigem Gepäck zur Alpenüberquerung von Traunstein nach Riva. Einige hatten die von Herbert vorzüglich ausgearbeiteten Tour mit gleichem Ziel bereits im letzten Jahr bewältigt.

Am Donnerstag Morgen startete eine 12 Mann lange Schlange in Richtung Hörgering, wo wir Rüdiger und Michael mit vollen Taschen bepackt aufnehmen konnten. Der Weg führte über Ruhpolding vorbei an Blumenwiesen zum Weitsee. Die erste Rast gab es auf der Aussichtskanzel über dem Weitsee, wo großer Sturmschaden zu bisher nie möglichem Weitblick einlud. Weiter ging es über Reit im Winkl nach Oberbichl mit herrlichem Blick zum Wilden Kaiser. Bei unserer Mittagspause am Ostufer vom Walchsee luden wir unseren Sepp aus München auf. Gestärkt ging es zu der auf einer schönen Aussichtskanzel gelegenen Wallfahrtskirche St. Nikolaus bei Ebbs, wo wir noch für ein gutes Gelingen der Tour bitten konnten. Kurz danach gelangten wir auf den Inntalradweg. Nach kurzem Aufenthalt in der schönen Altstadt von Kufstein bogen wir zur Wallfahrtskirche Mariastein ab, nach deren Besichtigung wir uns einen Kaffee verdient hatten. Dann fuhren wir in noch nie erlebter Schönheit oberhalb des Inns nach Radfeld, wo wir in einer guten Gaststätte die erste Nacht verbrachten.

Die gut Trainierten dehnten die Tour bei Kufstein über Vorderthiersee, Dreibrunnenjoch, Kaiserhaus, Brandenberger Ache nach Radfeld aus.

Gruppe A: 1100 Hm? 572 Hm?/6:30 Std./110 km
Gruppe B: 1500 Hm? 1582 Hm?/7:30 Std./115 km

2. Tag: Von Radfeld zum Pfitscherjoch:
Der 2. Tag sollte eine Kraftprobe werden. Als Ziel war das Pfitscherjoch Haus auf 2276 m Höhe angesagt. Nach gutem Frühstück ging es zuerst durch die kleinste Stadt Österreichs, Rattenberg, wo wir dann kurz darauf in das Zillertal einbogen. Ein schöner Radweg entlang der Ziller brachte uns nach Mayrhofen. Nun wurde es ernst. An der Weggabel Tuxer Tal radelten wir auf der alten Schlegeisstrasse hinauf Richtung Schlegeisstausee. 1600 Hm und 24 km Wegstrecke waren noch zu überwinden. Vor der Mautstelle gab es noch eine schöne Einkehr. Den Tunnel mussten wir auf einer schmalen Schotterstraße umfahren, dann sahen wir schon die mächtige Staumauer. Noch einige Schweißtropfen waren erforderlich bis wir nach den langen Serpentinen auf der Dammkrone standen. Es lagen aber noch zwei Stunden steiniger Weg vor uns zum Pfitscherjoch. Der Zemmbach und die herrlichen Blumenwiesen  ließen alle Mühe vergessen, zudem nahte ein Gewitter von Norden. Die freundliche Wirtin von der Pfitschjochhütte erwartete uns bereits, hatte sie uns vom letzten Jahr noch in guter Erinnerung.

Rüdiger und Herbert war dieser „Normalanstieg“ zu kurz. Sie machten noch einen kleinen „Umweg“ über Alpach, Steinbergalm, Sonnenjoch mit einer grandiosen Abfahrt nach Stumm. Das war das Ende der Fahnenstange, zusätzliche 1300 Hm und damit insgesamt 3200 Hm.

Wir hatten gerade die Räder versorgt, dann hatte uns der Regen schon eingeholt. Bei einer guten Flasche Rotwein konnte uns dies nichts anhaben, waren wir doch alle gut angekommen.

Gruppe A: 1872 Hm? 80 Hm?/6:30 Std./85km
Gruppe B: 3270 Hm? 1531 Hm?/7:30 Std./85 km

3. Tag: Vom Pfitscherjoch nach Latzfons:
Am 3. Tag, es war Samstag, war unser Ziel Latzfons oberhalb von Klausen im Eissacktal. Eine traumhafte Abfahrt ins Pfitschtal mit 1300 Höhenmeter und 34 km Länge bis Sterzing stand der Gruppe um Irmi bevor. Es war kühl, aber blauer Himmel. Ein schöner und teilweise neuer Radlweg entlang der Eissack ließ das sonst nur von der Autobahn bekannte Tal in einem ganz anderen Bild erscheinen. Am Vahrner See hatten wir eine schöne Einkehr. Weiter abwärts auf dem Brennerradweg kamen wir in die schöne Stadt Brixen. Von dort gings auf guter Straße aufwärts nach Felthurn zum Kaffee. Nochmals 300 Hm bis Latzfons hoch über der Eissack auf 1161 m Seehöhe. Ein sehr schön gelegenes Bergdorf mit Blick zum Haunold, den Geißlerspitzen, den Sellastock, der Seiser Alm und zum Schlern.
Für die narrischen war das Pfundererjoch auf fast 2600 m angesagt. Nachdem Herbert durch Heini von der Tour überzeugt wurde, waren auch plötzlich Rüd, Karl-Heinz, Michael und Franz von der Sache angetan.

Von Fussendrass gings endlos steil durch ein Bachtal ca. 600 Hm hinauf, bis wir die Grossbergalm auf 1932 m erreichten. Dann weiter nochmals 600 m fahrend und schieben bis zum Joch. Eine blühende Bergwiese dankte die Mühe, bevor es kaum fahrbar hinunter zur Weitenbergalm ging auf 2004 m. Wir stärkten uns bei einer guten Brotzeit und machten uns dann an eine Abfahrt, die Ihresgleichen sucht hinunter bis  nach Vintl im Pustertal. Von dort hinaus auf dem Pustertalradweg und auf Schleichwegen bis Brixen. Dann noch hinauf nach Latzfons. Um 18.30 Uhr hatten wir unser Ziel erreicht.

Gruppe A: 1024 Hm? 2100 Hm?/5:15 Std./85 km
Gruppe B: 2300 Hm? 3100 Hm?/6:55 Std./85 km

4. Tag: Von Latzfons nach Girlan:
Mit noch schweren Beinen vom Vortag ging es bei trockenem und kühlem Wetter gleich am frühen Morgen eine endlos lange und steile Bergstraße hinauf zur Jochalm. Die Sparerips im Grill waren zwar verlockend, doch es stand uns noch eine schwere Wegstrecke bevor. Nach einer weiteren Radlstunde vorbei an mit Blumen übersäten Bergwiesen waren wir auf den Sarntaler Alpen über dem Sarntal. Etwas mehr Sonne und eine gute Sicht wären das i-Tüpfelchen gewesen, aber man kann ja nicht alles haben. Von 2100 m Seehöhe ging es nun für die Gruppe um Irmi auf einer grimmigen Downhillstrecke hinab nach Reinswald auf 1492 m und weiter nach Sarntheim. Ein schöner Biergarten lud ein zum verdienten Mittagsessen. Die nun folgende Abfahrt nach Bozen war eine Schau, auch wenn die finsteren Straßentunnel nicht immer ganz ungefährlich waren. Um 16 Uhr waren wir in der Altstadt von Bozen.

Die zweite Gruppe um Herbert nahm Kurs zum Rittner Horn. Einer Abfahrt auf Schotterstraße folgte die noch gut fahrbare Strecke zum und um das Rittner Horn. Wir wählten wegen der nicht besonderen Aussicht den Umweg . Nach einer schönen Einkehr auf der Feldthurner Hütte gings 1800 Hm hinunter nach Bozen, wo uns alles geboten wurde, was ein Radlerherz erfreut. Wie vereinbart trafen wir uns mit der anderen Gruppe zu einem guten Kaffee in Bozen.

Gemeinsam gings auf dem teilweise neuen Radlweg nach Girlan. Eine schöne Pension inmitten der Weinberge vollendete den herrlichen Tag.

Gruppe A: 1307 Hm? 2080 Hm?/5:00 Std./61 km
Gruppe B: 1690 Hm? 2300 Hm?/5:00 Std./63 km

5. Tag: Von Girlan nach Andalo:
Nach einem tollen Frühstück radelten wir zu den Montiggler Seen. Dort legten wir eine kleine Badepause ein. Mitten durch die Wein- und Obstgärten ging es hinab zum Kalterer See und am Radweg der Etsch entlang bis nach Mezzocorona. Von dort bogen wir ab in die Berge Richtung Tonalepass. In S. Milano stärkten wir uns noch für den bevorstehenden Aufstieg.
Ein Gewitterregen leitete unsere erst Regenfahrt ein. Anstatt wie geplant durch den Sporeggiobach zufahren, blieben wir auf der Asphaltstraße, und so bewältigten wir die lange Auffahrt nach Andalo in gut 2 Stunden. Andalo, das Kitzbühl von Italien ist auch ein Wintersportort und liegt auf 1170 m Seehöhe. Im Hotel Basso wurden wir bestens aufgenommen. Dort gab es noch Kaffee für 1.- und Cappuccino für 1,50.

Gruppe A: und B: 1160 Hm? 467 Hm?/5:20 Std/65 km

6. Tag: Von Andalo nach Riva:
Gut ausgeschlafen und bei wieder trockenem und blauem Himmel ging für die Gruppe Irmi, dies waren heute Doris, Hilde, Maria und Max der Weg hinunter zum Movlenosee und dessen Ufer entlang bis Nembia, wo sie nach Ranzo einbogen. Oberhalb des Fiume öffneten sich uns mächtige Tiefblicke in die Limaroschlucht. Auf dem Weg Nr. 613 ging es nun gewaltig steil hinab zum Toblinosee, wo uns ein warmer Südwind aus dem Arcotal empfing. In einer schönen Gaststätte in Sarche di Calovino war Treffen mit der zweiten Gruppe angesagt.

Diese fuhr und schob zuerst steil die Paganella hinauf zur Malga Covelo, wo uns ein herrlicher Blick zum Molvenosee und zur Brenta erwarten sollte. Nebelfetzen und ein kühler Wind trübten dies etwas. Dann wartete ein Trail vom Feinsten auf uns. Schotter, Steinplatten, Dreckpfützen, Wurzeln und herrliches Almgelände. In der Tiefe der Toblinosee und im Süden unser Ziel, der Gardasee. Fast 1800 Hm Abfahrt hinunter zum Cast. Toblino, wo Irmi und Anhang schon auf uns warteten. Auf dem Trail der Senta della Maroche entlang der Sarca gelangten wir nach Dro und von dort weiter nach Arco.
Um 16 Uhr standen wir alle überglücklich, ohne Blessuren und nur einem Plattfuß am Ufer des Gardasee.

Gruppe A: 595 Hm? 1454 Hm?/5:30 Std./53 km
Gruppe B: 1036 Hm? 1952 Hm?/6:00 Std./65 km

7. Tag: Heimfahrt:
Herbert hatte für uns ein schönes Hotel in Torbole reserviert. Gut erholt machten wir uns auf den Radlweg nach Rovereto. Dabei konnten wir noch den Klettersteig bei Mori studieren, bevor uns ein nahendes Gewitter nach Rovereto drängte.
Unser Zug kam pünktlich, so dass wir um 14.30 Uhr in den Zug Richtung Brenner stiegen. Bei der Heimfahrt hatten wir noch genügend Zeit, uns über die Erlebnisse auszutauschen und die herrlichen Eindrücke in uns wirken zu lassen.

Eine schöne Bergradlwoche war zu Ende, von Herbert bestens vorbereitet und mit Irmi und Besenradler Rüdiger exzellent durchgeführt, für alle Teilnehmer eine bleibende Erinnerung.

Für die Statistiker:

1. Tag: Traunstein - Radfeld              110/1100/6:30    (km/ Hm?/ reine Fahrzeit)
2. Tag: Radfeld - Pfitscherjoch           85/1872/6:25
3. Tag: Pfitscherjoch - Latzfonds        85/1024/5:05
4. Tag: Latzfonds - Girlan                  61/1307/5:00
5. Tag: Girlan - Andalo                      65/1160/5:20
6. Tag: Andalo - Riva/Torbole             53/595/5:30
7. Tag. Torbole - Rovereto                 22/300/1:40
gesamt:                                        481/7358/35:30

Bericht: Heinrich Riesemann

und der Bericht in Gedichtform von Max Glaser:

Ein Erlebnis der besond`ren Art
das war für mi d` Italienfahrt.
Hinab bis zur Salurner Klaus
Da kenn i mi no leidlich aus,
doch dann, im Katzlmacherland
is wir des meiste unbekannt.
So starten wir in der Früh ganz keck.
Von der Au in Traunstoa fahr`n ma weg.

Der 1. Tag der war huma
a jeder da mitrad`ln kann.
S` Quartier war guat und aa des Essen -
am nächsten Tag früh werd aufgsess`n,
ins Zillertal geht`s jetzt hinein
bei allerschönstem Sonnenschein.
Das Pfitscher Joch is unser Ziel
hoffentlich werd uns das net`z viel.
Am Breitlahner werd dann Brotzeit g`macht
bis zum Schlegeis kimm i aa no – des waar g`lacht.
Zum Staudamm ziagt si se steil aufa,
bringt uns nu ganz schee zum Schnaufa.
Das letzte Trumm ham ma dann gschob`n
dann war ma bei der Hüttn drob`n.
D`Lasagne hat ganz furchtbar gstunka
und i hab lieber mei Weißbier trunka.

Der 3. Tag beginnt rasant
gach abfahr`n tean ma, ins Südtiroler Land.
Durchs Sterzinger Moos san uns`re Frauen g`fohrn
und san do allwei schöner word`n.
Durch Brixen und fast bis Klausen
laß ma`s recht schee sausen.
Doch dann geht`s wieder steil bergan
d`Streck nach Feldthurn die strengt mich an.
Ein Eiscafe richt` uns wieder auf
jetzt geht`s nach Latzfons hinauf.

Am nächsten Tag, mir graust`s, oh Schreck
da müssen wir auf`s Kasereck.
Unt` hab i mi glei mal verschalt`-
eine Viertelstunde Aufenthalt!
Der Heini hat mi dann gerettet
sonst hätt i mi ganz schee verspätet.
Waar er net kemma in dieser Stund
i sitzad vielleicht heut no drunt.
Der Aufstieg kost` vui Schweiß und Kraft
doch wir ham`s alle bestens g`schafft.
Der Michi der fahrt stundenlang
allwei mit dem kloana Gang
zu jedem Berg da find er hin
er haxelt wie a Nähmaschin
Des schlimmste an der Plagerei
das war die Fliegn – Verjagerei.
Und weiter geht`s zum Latzfonser Kreuz
mit seinem landschaftlichen Reiz.
Die Profis fahrn auf`s Rittner Horn
und wir san glei nach Bozen g`fohrn.
Am Marktplatz gibt`s a guates Eis
dann mach ma uns wieder auf die Reis.
S` Quartier in Girlan des war cool
im Garten gibt`s an Swimming-Pool.
D`Maria hat ganz ungeniert
an rückwärts – Salto vorgeführt.
Arschlings is sie reingesprungen
der Salto is net ganz gelungen.
Zum Abendessen san wir glei
in a Pizzeria nei.
“Mei Leibspeis” hab i dann verdruckt
hab tapfer bissen und alles gschluckt.
Durch Weinberg und durch Apfelbaam

am 5. Tag wir g`radlt san,
im Montiggler See ein Bad genommen
und a bisserl rumgeschwommen.
Die Streck dann, auf Andalo nauf,
die hat mir Taugt ,i war guat drauf.
Des bisserl Regn hat mir nix g`macht,
hab guat gschlaffa diese Nacht.

Am 6. Tag fehlt nicht mehr viel 
zum Gardasee – unserem Ziel.
Rund um den Molvenosee
nach Ranzo nauf, war wunderschee.
4 Frauen und i als einziger Mann
fahr`n die gache Abfahrt dann.
Beim Mittagessen am Tobliner See
treffen wir wieder auf Gruppe B.
Das letzte Stück werd gemeinsam bezwungen
und dann sofort in den See gesprungen.
So endet glücklich diese Fahrt
Dank Herbert und Irmengard.

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aktualisiert: 10.08.07 A.H.

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