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Tourenwoche 2008 am Reschenpass, Obervinschgau
30.8. – 6.9.2008

Gerade in unserer Urlaubsregion angekommen, schon fragten wir uns: von welchem Berggipfel haben wir wohl den spektakulärsten Ausblick, welchen dieser Riesen werden wir besteigen? Erholung und Entspannung vom Alltagsstress sucht der Naturliebhaber in möglichst unberührter Landschaft und einer sauberen Umwelt. Dieses fanden 12 Mitglieder der Sektion Teisendorf im Obervinschgau in Südtirol auf den Höhenterrassen und in den stillen Seitentälern der südlichen Ötztaler Alpen oder der Ortlergruppe, hier sind die Grundvoraussetzungen gegeben. Zwischen Reschenpass und Mals am rechten Ufer der noch jungen Etsch zu Füssen des Benediktinerstiftes Marienberg inmitten der Malserhaide liegt das schmucke Dorf Burgeis. Hier stehen noch Höfe aus dem 16. und 17.Jhd. mit schön getäfelten Stuben, Erkern und Söllern. Besonders malerisch wirkt der Dorfplatz mit seinem Brunnen und dem schmucken Gasthof „Zum Mohren“, der uns für eine Woche unser zuhause und Ausgangspunkt für die Touren und Wanderungen war. Pünktlich zum Abendessen am Samstag waren alle Teilnehmer eingetroffen, um auch gemeinsam die erste Tour zu planen.

Sonntag: Watles, 2557 m
Am ersten Tag, am Sonntag, war unser Ziel der 2557m hohe Watles, mit dem Auto nach Prämajur und zu Fuß weiter zur Höferalm und zur Plantapatschhütte. Nahe der Bergstation des Liftes ging es nur wenig ansteigend bis zu den Pfaffenseen. Von dort wanderten wir links über Steigspuren oder weglos zum flachen Gipfel des Waltes hinauf. Hier bot sich uns eine prächtige Aussicht auf die Ortlergruppe sowie auf die südlichen Ötztaler Alpen. Der Abstieg erfolgte über das Oberdorfertal zur Oberdörfler Alm, Brugger Alm und durch das almreiche Zerzertal zum Südufer des Haidersee. Ab hier folgten wir dem alten Verostenweg entlang der Etsch nach Burgeis hinunter.


Am Pfaffensee

Waltesgipfel

Einkehr in der Brugger Alm

Montag: Weißkugelhütte bzw. Vorderer Schmied, 3122 m
Montag war unser Ausgangspunkt das Langtauferertal im kleinen Ort Melag. Von hier folgten wir den Weg taleinwärts bis zur Brücke des Melagbachs, dann steil hinauf bis zum Wegkreuz, ab hier wurde es etwas flacher und wir erreichten nach cirka 1,5 Stunden die Innere Schafberghütte. Nach kurzer Rast wanderten wir weiter und trafen auf den von der Malageralm heraufführenden Hauptzugangsweg zur Weißkugelhütte, die für die meisten unserer Gruppe das Ziel war. Nach längerer Pause stiegen sie über den neu angelegten Gletscherweg zur Melageralm und weiter zum Ausgangspunkt ab.
Vier von uns bestiegen noch über den Adlersteig den 3122m hohen Vorderen Schmied und im Abstieg den Adlerkopf, bevor es zurück zum Schutzhaus und über die Melageralm zum Auto ging.


Blick auf Melag

Über den Adlersteig zum Vorderen Schmied

Aussicht zur Weißkugel

Dienstag: Elferspitz, 2925 m
Heute erleichterte uns die Gondelbahn von St. Valentin zur Haideralm den Aufstieg. Nun ging der Steig über Grashänge und später durch ein stilles Kar mäßig steil zur Haiderscharte empor. Ab hier ging es über den Südgrad unschwierig zum aussichtsreichen Gipfel der Elferspitz 2925m. Kühle Temperaturen und immer wieder aufziehender Nebel zwangen uns bald wieder zum Weitergehen. Abstieg über den Nordgrad in eine breite Grassenke und weiter über einen felsigen Grat mäßig schwieriger Blockkletterei nordwärts weiter bis nach einigem Auf und Ab die Kuppe des Zehnerkopfes erreicht war. Stolz und froh waren wir, daß alle diese kleine Kletterei geschafft hatten. Der nun folgende Abstieg ging anfangs über Geröll und später weglos über Weideböden, bis wir den von der Schönebenalm heraufführenden Weg traffen, den wir zurück zur Haideralm und zum Ausgangspunkt folgen. Die Bahn brachte uns wieder ins Tal hinunter und ein sehr ausgefülltrer Tag ging zu Ende.


Am Weg zum Elferspitz

Gipfelfoto Elferspitz

Unser Hotel Zum Mohren

Mittwoch: Bergkastelspitze, 2913 m
Es war Klettersteigtag angesagt. Die Bergkastelbahn bei Nauders brachte uns auf 2200m hinauf. Ab der Bergstation trennte sich unsere Gruppe. Der größere Teil zog es vor, zu den Goldseen auf 2600m und den gleichen Weg zurück zur Bergstation zu gehen. Fünf von uns machten sich an den Klettersteig Goldweg. Ein schwieriger Steig mit zwei E-Stellen, der den meisten alles abverlangte. Nach gut 2 Stunden erreichten alle die 2913m hohe Bergkastelspitze. Der Abstieg erfolgte über die Ostseite zu den Goldseen und zurück zur Bergstation. Nach der verdienten Einkehr fuhren wir gemeinsam mit der Gondelbahn ins Tal ab.


Klettersteig "Goldweg"

Klettersteig "Goldweg"

Klettersteig "Goldweg"

Auf der Bergkastelspitze

Gemeinsame Einkehr bei der Bergstation

Donnerstag: Planeilalm
Das Wetter zeigte sich nicht von seiner schönsten Seite und wir waren gezwungen, einen Ruhetag einzulegen, einen Tag zur freien Verfügung. Die meisten von uns nutzten den Tag, um das nah gelegene Benediktinerstift Marienberg zu besuchen und fuhren gegen Mittag mit dem Zug nach Meran um einzukaufen. Zu dritt fuhren wir ins Planeiltal. Am Beginn des Dorfes Planeil war Schluss mit der Autofahrt und wir wanderten zur Planeilalm auf 2203m. Nach der gemütlichen Brotzeit wählten wir einen anderen Weg zurück nach Planeil. Ein Dorf, das an einem sehr steilen Hang liegt und in der jüngeren Geschichte schon durch zwei Dorfbrände heimgesucht wurde, dessen Spuren man noch deutlich an alten Gebäuden erkennen kann.

Freitag: Matscher Bildstöckel, 3111 m
Am letzten Tag vor unserer Abreise wollten wir es noch einmal wissen und hatten uns einen Dreitausender vorgenommen. Aber leider regnete es beim Frühstück und für viele von uns war dieses Vorhaben nicht mehr machbar. Wir hatten uns das Matschertal vorgenommen und fuhren auch dort hin bis zum Gleishof am Ende der Talstraße. Das geänderte Tourenziel hieß nun Oberetscherhütte (früher Höllerhütte) 2600m gelegen. Nach dem Mittagessen in diesem wunderschönen Schutzhaus des Alpenvereins Südtirol bildeten sich zwei Gruppen. Die ersten stiegen über den wunderschönen Höhenweg zur Matscheralm ab. Die anderen stiegen noch bis zum Matscher Bildstöckel 3111m auf, (der Übergang ins Schnalstal) und stiegen über die Saldurseen zur Matscheralm ab und kamen genau gleichzeitig mit den anderen an.



An der Oberetscherhütte

Weg zum Matscher Bildstöckl

Beim Abendessen stärkten wir uns wie jeden Tag bei dem großartigen Essen des Gasthofes Zum Mohren. Mit seiner 300-jährigen Tradition ist er geeignet für einen erholsamen Urlaub zu jeder Jahreszeit. Aufmerksame Bedienung, allseits gelobte Küche sowie Produkte aus eigener Landwirtschaft sorgen dafür, daß sich der Gast rundherum wohl fühlt. Eine Woche ist zu Ende, die viele schöne Touren zuließ, auch wenn sich die Sonne etwas rar machte. Aber wie heißt es so schön heißt: „Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur schlecht angezogene Leute.“
Vielen Dank an alle Teilnehmer, ihr ward alle großartig!

Bericht: Franz Waldhutter

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aktualisiert: 17.09.08 A.H.

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