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Faschingsskitouren in St. Nikolai im Sölktal
 21. bis 24. Februar 2009

Lawinenwarnstufe 4 und ein Wetterbericht zum Grausen, unter diesen Voraussetzungen starteten dieses Jahr die Faschingsskitouren nach St. Nikolai im Sölktal. Der Name „Faschingsskitouren“ steht für „Skitouren gehen und Spass haben“ und wenn „Skitourengehen“ wegen der widrigen Bedingungen nur eingeschränkt möglich war so musste der Faktor „Spass haben“ dies kompensieren.

Eine Woche vor Abreise  trafen sich die Tourenleiter Micha Weber, Anderl Hager, Robert Hanisch, Alois Herzig, Sepp Rehrl und ich um aufgrund der schlechten Wetter- und Schneeprognosen ein „Schlechtwetterszenario“ durchzuspielen. Wir legten uns für widrigste Bedingungen einen „Schlachtplan“ zurecht und es kam wie befürchtet, erstaunlicherweise sagten nur zwei von 39 Angemeldeten aufgrund des Wetterberichtes ab. 37 Faschingsskitourenverrückte standen am Samstag teils schon maskiert in Teisendorf um zu erfahren was wir ausgeheckt hatten.

Pruggern im Ennstal, 681m hoch und das Skigebiet Galsterberg in 2000m Seehöhe waren die Zutaten für unseren Faschingsskitourenauftakt, über gemütliche Wiesenhänge vorbei an Bauernhöfen ging es zur Talstation 1250m, des Skigebiets Galsterberg, von nun auf der Piste weiter bis kurz unter die Galsterbergalm, die Sicht wurde besser und der Gipfelaufstieg im freien Gelände über abgewehte Grate zum Pleschnitzzinken auf 2114m war möglich. Nur eine kurze sichere Gratabfahrt ins Pistengebiet und schon kehrten wir nach wenigen Pistenschwüngen auf der Galsterbergalm ein. Nach der Talabfahrt fuhren wir weiter nach St. Nikolai im Sölktal  zum Gasthof Gamsjäger wo die Fam. Tritscher uns mit aufgeheizter Sauna und anschließendem 3 Gänge Menü erwartete.


Auf dem abgewehtem Grat

Einkehr

Vor der Galsterbergalm

Faschingssonntag, leichter Schneefall und böiger Wind als ich aus den Fenster sah, erstmal frühstücken dann sieht die Welt gleich anders aus denke ich mir, im Frühstücksraum lauter fröhliche lachende Gesichter, die 5 Gruppen haben wir schon gestern eingeteilt und die heutigen Ziele geplant, alle sind in Aufbruchstimmung heute stehen Bärneck und Gumpeneck als Ziel fest.

Beide Touren sind als leicht eingestuft, dennoch wird den Tourenleitern heute all Ihre Erfahrung in Beurteilung der Lawinenlage abverlangt werden, vor Abfahrt setze ich mich mit den 5 Leitern nochmals kurz zusammen und schwöre alle auf äußerste Vorsicht und rechtzeitigen Abbruch bei leisesten Zweifeln ein. Die Gruppen auf das Bärneck brechen ihre Tour bereits im Wald ab und nutzen die Zeit zu einer  LVS Suche, Unterweisung in Bedienung der unterschiedlichen LVS Geräte, Sonden und Schaufeln. Die Gruppen am Gumpeneck kommen weiter und können einige schöne Hänge im Almgelände zur Abfahrt nutzen. Allen bleibt  der Gipfel verwehrt, dennoch ist die Stimmung bestens. Nach wiederum bestem 3 Gänge Menü das alle bereits maskiert einnehmen, überraschte uns eine Faschingsgaudilawine ungeahntem Ausmasses, noch spät in der Nacht wurden die letzten Verschütteten beobachtet wie sie den Lawinensaal verließen, auf genauere Schilderung wird hier auf Rücksicht der beteiligten Opfer verzichtet.


Auf Forststraßen Richtung Gumpeneck

Im sicheren Wald

Wiesenhang unter dem Bäreneck

Nori erklärt das Schneeprofil

Bäreneckabfahrt

Sturz ins Unterholz

Rosenmontag, leichter Schneefall und böiger Wind als ich aus den Fenster sah, wie gestern, im Frühstücksraum lauter müde aber fröhliche lachende Gesichter, die Bärneckgruppen steigen heute aufs Gumpeneck, die gestrigen Gumpeneckgruppen auf den Moditzen, eine weitere „sichere“ Hochwaldtour. Sie erwischen schöne Abfahrtsschneisen und kehren bei ihren Ausgangspunkt Ödwirt ein um in Zeiten der Rezzession in die Wirtschaft zu investieren. Für die Gruppen am Gumpeneck wartete abgesehen von tollen Pulverhängen an der Gumpenalm eine Überraschung, der Wirt der Schönwetterhütte auf der Gumpenalm war da und öffnete seine Hütte, so wurde eingekehrt, später wieder aufgestiegen und erneut eingekehrt um sich mit dem Wirt eine Witzeschlacht zu liefern. Spät wurde ins Tal abgefahren, der folgende Abend wurde mit PiepsschulungsCD, musikalischer Untermalung durch Klara, Resi und Anderl von der Obermooser Musi und den Fotos der beiden letzten Faschingsskitouren gestaltet.


Aufstieg zum Moditzen

Hauptsache der Wind läßt nicht nach!

Schutz hinter einer Jagdhütte

Ja, wo sind wir eigentlich?

tiefverschneite Gumpenalm

Witzeduell in der Schönwetterhütte

Faschingssdienstag, die Wirtstochter fordert mich auf  keine Skitour mehr im Sölktal zu machen, da eine Strassensperre im Sölktal erwartet wird. Wir hatten uns bereits am Vorabend für eine kleine Skitour im Ennstal entschieden, so verlassen wir das Sölktal und die Strasse wird hinter uns gesperrt. Bahnhof Gröbming 696m hoch und das Michaelerberghaus auf 1220m sind die Eckdaten der Abschlusstour, gemütlich geht es abseits jeglichen Pistenrummels und dennoch auf gewalzter Unterlage vorbei am malerischen Gehöften anfangs über sanfte Hänge zum gemütlichen Michaelerberghaus zur Einkehr. Die Faschingsskitouren nehmen hier oben ihr offizielles Ende, einige zieht es noch hinauf durch den Hochwald zum Loskögerl auf 1548m, andere fahren ins Tal ab zur Heimreise.

Bevor die letzten an der Hütte aufbrechen reißt der Himmel auf und die Sonne scheint auf die Obersteiermark als wie wenn nichts gewesen wäre, Straßen sind gesperrt, Häuser evakuiert, Lawinen bereits überall abgegangen, hoffentlich stabilisiert sich nun das Wetter für die Betroffenen.


Aufstieg zum Michaelerberghaus

Wenn schon die Sonne nicht lacht ....


Auf dem Loskögerl


Abfahrt Richtung Ennstal

Fazit: Ich möchte allem Mitreisenden für Ihr diszipliniertes Verhalten am Berg und Verständnis für die getroffenen Entscheidungen und vor allen den 5 Tourenleitern Micha, Anderl, Alois, Robert und Sepp danken, ohne deren Mithilfe wären die Faschingsskitouren für so viele Mitglieder nicht durchführbar. Weiters erhielten wir Unterstützung durch unseren Wirt, örtlichen Bergwachtmitgliedern und einem Mitglied der Lawinenwarnkommission Sölktal.

Die wenigen Absagen aufgrund der Wettersituation bewegen mich dazu auch weiterhin die Faschingsskitouren so zu organisieren das möglichst allen einen Mitreisegelegenheit geboten werden kann, auch wenn die Teilnehmerzahlen noch steigen sollten. 

Vorschau:
Nächstes Jahr werde ich zwei Reisetermine anbieten:

Faschingsamstag bis Faschingsdienstag, 13-16.02.2010 und Aschermittwoch bis Samstag, 17-20.02.2010 jeweils 4 Tage bzw. drei Nächte. Ich freue mich schon darauf wieder mit Euch durch die Berge zu ziehen.

Norbert Zollhauser

„BERGE, BEWEGUNG, FREUNDSCHAFT.
WIR HABEN UNS AN DIE BERGE VERLOREN,
VERKOMMEN IM ALLTAG,
SIND SÜCHTIG NACH FIRN, PULVER, SONNE

Hier noch eine kleine Fotonachlese zu den Abendaktivitäten:
(Fotos von Sepp, Heini, Nori, Steffi, Alois)

Für Wiederholer: Die Touren sind bei gps-tour.info erfasst: 1. Tag; 2. Tag; 3. Tag und 4. Tag

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aktualisiert: 04.03.09 A.H.

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