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Faschingsskitouren 2012 in Campill, Gadertal (Alta Badia)
oder
Aller guten Dinge sind drei!
 
Nach 2010 in Durnholz im Sarntal und 2011 in Toblach im Pustertal führten die Faschingsskitouren 2012 auch dieses Jahr nach Südtirol, diesmal nach Campill ins Gadertal in die Puez-Geislergruppe. Die letzten beiden Jahre fanden wir gute Schneeverhältnisse in Südtirol vor und so hofften wir auch dieses Jahr auf ausgezeichnete Bedingungen. Es sollte anders kommen, doch der Reihe nach:
 
Faschingssamstag:
Treffpunkt Tankstelle an der Ausfahrt Brennersee! Kaum zu glauben wieviel Ausfahrten Brennersee es gibt und noch viel erstaunlicher wie viele Tankstellen es am Brenner gibt! Dank der Erfindung des Mobiltelefons finden wir zusammen, außer Sepp Kaiser und Mitfahrer, die stehen leider mit ihrem Auto auf der gesperrten Brennerautobahn auf der Europabrücke und sehen sich zwangweise an wie ein Lkw ausbrennt. Sie werden nach einer Stauodyssee im Bereich Matrei selbständig eine Skitour machen.
Für uns steht die Flatschspitze, die hoch über dem Brenner thront als Ziel fest, über die ehemaligen Pisten der Zirogbahn geht es an der Enzianhütte vorbei, gemütlich über 1200 Höhenmeter zum Gipfel. Bei strahlendem Sonnenschein breiten sich die Gipfel und Höhen Südtirols vor uns aus. Wir versuchen möglichst viele Gipfel zu erkennen und benennen. Nach kurzer Rast zieht die nahe und verlockende Sonnenterrasse der Enzianhütte alle wieder nach unten. Ein kleiner seitlicher Bruchharschabstecher und alle treffen an der Hütte ein. Tagliatelle mit Ragout vom Hochlandrind! und dazu eine frische Halbe Bier oder Cappuccino mit Apfelstrudel, welch ein gelungener Auftakt. Als sich alle kulinarisch und mit Sonne pur verwöhnt haben fahren wir über die Buckelpiste zum Parkplatz am Brenner ab, um weiter über das Pustertal ins Gadertal nach Campill zum Hotel Sanvi weiterzufahren, wo alle, auch das Auto mit Sepp Kaiser, wenn auch etwas später, eintreffen.


Gipfel (mit Antenne) in Sicht

Bei der Leitner Alm

Kurze Rast an der Enzianhütte (Aufstieg)

Blick zu den Brennerbergen

Ganz links die Flatschspitze

Statt Flatschspitze brennender Lkw
 
Faschingssonntag:
Wir teilen uns in drei Gruppen, Sepp Rehrl und Stefan Stadler werden die Puezspitze probieren, Micha Weber wird mit Ihrer Gruppe zum Juvac gehen und Alois Herzig und ich nehmen den Zendleser Kofel ins Visier. Direkt vom Hotel können wir auf Winterwanderwegen vorbei am berühmten Wirt Lüch de Vanc ins Mühlental und weiter steil auf die Almen bei Ciancedel emporsteigen. Vorher wußten wir bereits, dass es in der Puez-Geislergruppe mit 30-50 cm nicht viel Schnee hat. Dass dieser aber auch noch aus „Zuckerschnee mit Bruchharschdeckel“ besteht, übertraf meine kühnsten Befürchtungen, das konnte ja bei der Abfahrt heiter werden. Bei ca. 2000m ging es in die Wolken hinein, die Sicht verschlechterte sich zusehends, in regelmäßigen Abständen orientierten wir uns an Karte und Höhenmesser und schlussendlich auch am GPS, ohne dessen wir sicher nicht zum Gipfel gefunden hätten. Dort trafen wir dann zwei einheimische Skitourengeher, die uns von guten Schneebedingungen auf der Villnöser Seite des Zendleser Kofels berichteten und die auch bereit waren, uns durch die Nebelsuppe den Weg zu zeigen. Im Gänsemarsch, „nur nicht den Vordermann verlieren“ ging es 500 Hm hinunter und bei freier Sicht zur Gampenalm trennten wir uns von den beiden. Nur ein tiefer Graben den es noch zu durchqueren gab trennte uns von der Gampenalm. Dort gab es leider wegen Überfüllung nur eine „Stehhalbe“ und so hieß es rasch wieder hinaus um den Rückweg aus dem Villnößtal vorbei an der Schlüterhütte zum Kreuzkofeljoch zu finden. Beinahe wären wir in unserem Tatendrang zum Bronsoijoch aufgestiegen, aber rechtzeitig erkannten wir unseren Irrtum und fädelten richtig ein. Bald schon verschluckte uns wieder der Nebel, aber die Orientierung war nun leicht und bald standen wir am Kreuzkofeljoch. Alle freuten sich auf die Abfahrt zurück an unserer Aufstiegsvariante. Die Sicht war nun so schlecht, dass wir die ersten Hänge im Pflug abfahren mussten. Bald besserte sich die Sicht und wir mussten erkennen, dass “nur“ 20m neben dem GPS Track trotzdem daneben sein kann. Ein kleiner "Graswotzendreier" und wir waren wieder richtig. Was nun folgte kann nicht beschrieben werden, jeder versuchte auf seine eigene Art mit dem Schnee zurecht zu kommen. Das glückte dem einen besser, dem anderen nicht. Aber alle kamen ohne größere Blessuren und mit allen Skiern unten wieder an. Im Lüch de Vanc wurden dann alle Stürze nochmal analysiert und einzeln aufbereitet, das Abendessen lockte, und dort im Hotel Sanvi berichtete dann Sepps Gruppe, dass sie kurz unter der Puezspitze im Nebel umdrehen mussten. Auch Micha mußte aus Sicherheitsgründen 200 Hm unter dem Gipfel passen, um dann aber in einer gemütlichen Alm den Tag auszufüllen.


Nicht der Originalweg, aber Ziel erreicht!

Wir sind wieder aus dem Nebel raus

Einkehr im Lüch de Vanc

Richtung Puezspitze

Heikle Abfahrt zwischen den Steinen

Mehr als ein Gipfelersatz!

Rosenmontag:
Neuer Tag, neues Glück, der Wetterbericht sagt ab Mittag Wetterbesserung! Deshalb gehen alle drei Gruppen mit anspruchsvollen Zielen in den Tag, Stefan nun mit Alois, nehmen den Zwölferkofel ins Visier, Sepp wird zum Zendleser Kofel und weiter zum Kreuzjoch gehen und Micha und ich werden die gestrige Tour von Alois und mir wiederholen, und dennoch wird alles anders sein.
Wie gestern gehen wir durch das Mühlental. Ich bin überrascht, wie viel es doch über Nacht mit dem leichten Schneefall an Neuschnee gebracht hat. Wir entschließen uns, nicht dem gestrigen Weg zu folgen sondern gemütlich in Sepps Spur über die Peitlerwiesen in großem Bogen zum Zendleser Kofel zu gehen. In Höhe 2100m biegen wir von Sepps Spur ab und ziehen unsere eigene zum Gipfel. Dort sehen wir Sepps Gruppe schon ins Villnößtal hinabfahren. Am Gipfel bläst es wie verrückt, auch wir brechen sofort zur Abfahrt auf und bei Traumpulver geht es hinab bis zur Käserillalm. Wir fellen auf und gehen zur Gampenalm um festzustellen, dass sie heute am Rosenmontag geschlossen hat! Heini überrascht uns mit einem Bier aus seinem Rucksack! Das schmeckt! Wie bestellt bessert sich das Wetter wie vorhergesagt, bei Sonnenschein gehen wir die Hänge zur Schlüterhütte und zum Kreuzkofeljoch hinauf. Aaah!!! so sieht also der Peitlerkofel aus!, tja gestern war er noch total aper! Bei bester Sicht und Sonnenschein genießen wir die Pulverhänge hinab zu dem Almen, bevor es auch für uns den Zuckerschneegraben hinuntergeht und wir bald darauf im Lüch de Vanc auf Stefan und Alois mit ihrer Gruppe treffen. Sie berichten, dass sie sogar höher als der Gipfel!!! waren aber auch nur weil sie schlechte Sicht hatten!!! und bereits vor Wetterbesserung wieder im Tal waren. Sepp war wie wir zur verschlossenen Gampenalm abgefahren und zog gleich weiter, um über die steilen Hänge zum Kreuzjoch aufzusteigen und dann bei der Abfahrt in der Ciampecialm einzukehren.


Unsere Bleibe für 4 Tage

Vor uns der Zwischenkofel, unter uns der Zwölfer

Unser Senior hat wieder ein Loch übersehen

Mitten in der Puezgruppe

Gestern übervoll, heute geschlossen

Vor dem Kreuzjoch, mit Geislerspitzen

Faschingssdienstag:
Wir hatten die Nase voll vom Zuckerschnee, Steinkontakt und Bruchharsch. Als Abschlußtour suchten wir uns in den Pfunderer Bergen eine nette südseitige Tour mit Einkehrmöglichkeit. Mit dem Terner Joch fanden wir was wir suchten, von der Pustertaler Sonnenstrasse ging es 900 gemütliche Höhenmeter zum Schluß baum- und strauchlos hinauf auf einen Aussichtsgipfel der Extraklasse. Von den Lienzer Dolomiten über Sextner Dolomiten, Sennes-Fanesgruppe, Puez-Geislergrppe, bis hin zu den Sarntalern Bergen lagen alle Faschingsskitourenziele der letzten drei Jahre vor uns, und das bei wolkenlosem Himmel und dazu eine harte ebene Schneedecke vom Gipfel bis zum Tal. Dazwischen lag mit der Pertinger Alm eine ausgezeichnete Einkehrmöglichkeit, um die Faschingsskitouren 2012 bei einer gemütlichen Brotzeit ausklingen zu lassen.


Unsere Berge, vom Hotelzimmer aus

Auf dem Terner Jöchl

Abfahrt ohne Bruchharsch und Zuckerschnee

Die Pertinger Alm

Der ideale Abschluss

Die ganze Gruppe (ohne Fotograf)

360 - Grad - Panoramafoto vom Terner Jöchl

Fazit: Trotz intensiver Vorbereitung und Planung müssen wir uns doch letztendlich den Gegebenheiten der Natur beugen, in diesem Jahr waren die Bedingungen sicher alles andere als einfach. Die Teilnehmer der Faschingsskitouren beweisen Jahr für Jahr wie flexibel man mit einer großen Gruppe mit 26 Teilnehmern auf die Verhältnisse reagieren kann und sie machen die Faschingsskitouren letztendlich zu dem, für was sie bekannt sind:

Nämlich zu vier schönen Tagen mit Freunden in den Bergen.

Hiermit möchte ich mit nochmals für die Unterstützung durch die Tourenleiter Micha Weber, Sepp Rehrl, Stefan Stadler, Alois Herzig und den leider kurzfristig verhinderten Anderl Hager bedanken.
 
Teilnehmer: Cordula Dumberger, Monika Haselberger, Tina Levin, Micha Weber, Nadine Hackl, Dani Göger, Karin und Felix Welkhammer, Alois Herzig, Sepp Rehrl, Sepp Kaiser, Sepp Oettl, Gi Schneider, Thomas Pensler, Mike Frumm-Meyer, Hans Thannbichler, Robert Hanisch, Stefan Stadler, Herbert Reiter, Herbert Stutz, Wasti Strohmeier, Eugen Dürer, Hans Hausschmied, Heini Mühlbacher und Stefan Helminger
 
Norbert Zollhauser

Für Wiederholer hier die Daten (und weitere Bilder) auf gps-tour.info: 1. Tag, 2. Tag, 3. Tag, 4. Tag


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aktualisiert: 27.02.2012 A.H.

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