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Pulverschnee und Sonnenschein in der Silvretta
20.03.-23.03.2012

Immer wieder faszinierend ist der Augenblick, wenn man von Ischgl aus die Grenze überschreitend mit dem Radtruck das Fimbertal hochziehend Schweizer Boden erreicht, auf dem sich die Heidelberger Hütte befindet. Die übrigens einzige DAV Hütte auf Schweizer Boden. Zu fünft machten wir uns auf den Weg, von unserem Stützpunkt aus 4 Tage lang die schönsten Gipfel dieser Region zu besteigen. Wetter und Schneebedingungen (nur Pulver) waren für unser Vorhaben bestens und so durften wir gegenseitig 9 mal Bergheil verkünden!

1.Tag

Die Fahrt mit dem Auto, das bis auf den letzten Quadratzentimeter ausgefüllt war verlief bis nach Ischgl problemlos. Angenehmer Nebeneffekt war, dass genau ab dem Zeitpunkt unserer Ankunft das gute Wort das ich bei Petrus eingelegt hatte Wirkung zeigte. Nach Ankunft um ca. 10:30 bei der Hütte, belegten wir erst mal Quartier und machten uns danach sofort auf, unseren ersten 3000er zu besteigen, die Breite Krone. Leider noch etwas windig war die Gipfelrast nur von kurzer Dauer, was aber nicht länger störte weil die Abfahrt im 40 cm vom Vortag gefallenem Pulver förmlich lockte. Somit schwelgten wir nahezu perfekt die ersten 300 Hm hinab und entschlossen uns den Westhang und somit den Gipfel des Davo Dieu mitzunehmen. Danach fuhren wir ohne viel Worte die weiten Flächen Tal auswärts zur Hütte zurück und besiegelten die beiden Gipfel mit einem kühlen Bierchen! Abends genossen wir erstmalig das bekannt- gute Essen in der gemütlichen Stube.


Ankunft bei der Hütte

Erster Aufstieg

Breite Krone im Südostwind

Erster Abfahrtsgenuss

rechts: beim Bindung einfädeln

Heini noch im Aufstieg

2.Tag

Weil die Nacht ausreichend kühl war, erwarteten uns die selben Bedingungen wie am Vortag, wobei der Wind nachgelassen hatte. Somit machten wir uns auf den Weg Richtung Piz Tasna, den meist begangenen und höchsten Skiberg dieser Region. Etwa auf halber Strecke bemerkten wir, dass die Spur bis zum Skidepot ein einziger - wie sich dann herausstellte für unsere Begriffe - extremer Alpinist anlegte. Extrem, weil er „bei 40 cm Pulver“ genau so schnell spurte wie wir gegangen sind und als wir uns bedankten, konnte er nur in Slovenisch und gebrochenem Englisch antworten. Unterwegs mit seiner Frau holte er sie, nach dem er die Erstspur auf den Gipfel legte, vorbildlich vom Skidepot ab und bestieg ihn mit derselben im Schlepptau zum zweiten mal. Wie sich später herausstellte sollten wir ihn noch öfter treffen. So erreichten wir allerdings nur zu dritt den höchsten Punkt der Tour. Die anderen zwei bereiteten in der Zeit die Brotzeit vor. Ausgerastet und gestärkt zogen wir vorbildlich unsere Spuren in die Davo Lais, wobei  Unvergleichliche Verhältnisse jedes einzelne Skifahrerherz aufblühen ließen. Nach kurzer Verarbeitung dieses Genusses machten wir uns auf unser zweites Ziel zu erreichen, die gleichnamige Erhebung Davo Lais. Wiederum zu dritt überschritten wir dann den bestens begehbaren Ostgrat zur Spi d` Ursana hinüber und fanden die ultimative Abfahrt vor. 44°Neigung, 200Hm zur Senke, bei 50 cm Pulver, Lawinenwarnstufe 1. Die beiden anderen fuhren die Westseite ab, die ebenfalls wie wir sagen ein „Schmankerl“ war, stiegen in das Kar aus dem wir kamen nochmal ein und veredelten den Hang mit einem weiteren Kunstwerk. Treffpunkt Hütte!


Piz Tasna im Angriff

Am Gipfel angekommen

Pulverträume werden wahr

Hansi und Christoph sind fasziniert

links: Aufstieg zum Davos Lais

Da Heini kanns einfach!

3.Tag

Das heutige Programm sollte dem Gestrigen in keiner Weise nachstehen und so fiel die Wahl auf den vierten 3000er, die im aufstieg „easy“ bezwingbare Larainfernerspitze. Am Gipfel angekommen trafen wir unseren Bekannten wieder! Den Slovenen, zusammen mit seiner Frau. Wir machten uns umgeben von unvergleichlichem Panorama erst mal bekannt, so dass er uns bei unserer geplanten Abfahrt seine Frau anvertraute. Er selber fuhr noch mal Ost seitig ab, stieg ein zweites mal auf und sollte uns gleich wieder einholen. Wir fuhren dann zu sechst über den Larainferner Richtung Westen ab, der zwar keinerlei Spuren aufwies, trotz leichtem Winddeckel aber hervorragend zu verzieren war. Nach überfälliger Brotzeit peilten wir die Heidelberger Scharte an, überquerten diese wo wir nach kurzem Anstieg zum Skidepot die letzten Meter zu Fuß gehend, den von mir persönlich, nach zwei versuchen langersehnten Gipfel der Heidelberger Spitze erreichten! Die Abfahrt verlief erfahrungsgemäß zwecks Superschnee kräfteschonend, dass wir uns nach kurzer Rast bei der Hütte zu einer Fleißaufgabe entschlossen, den gegenüberliegenden Grat Ils Calcuogns der sich mit 550Hm abfahrt ebenfalls höchst rentabel erwies



Lareinferner-Spitze, wir kommen

Erster Gipfel ohne Wind

Unverspurt ins Lareintal

Imposantes Kreuz auf der Heidelberger Spitze

Unsere Fleißaufgabe: der Ils Calcougns

Beide Gipfel vom Vormittag - gegenüber

4.Tag

Aller Abschied tut weh! So machten wir uns nach frühem Zusammenpacken der notwendigen Utensilien daran das Zweitgepäck im Radtruck zu verstauen der es ins Tal bringt. Wir machten uns mit Tagesrucksack Richtung Nordosten auf, den Piz da Val Gronda mit Abfahrt via Skigebiet Ischgl zu erreichen, bevor wir das vielleicht letzte Pulver dieser Saison ausnützten! Frisch aufgefellt setzten wir an zum Finale, die im Skigebiet liegende höchste Erhebung, die Greitspitze. Von dort an hieß es die Felle zu verstauen und nach kurzem verschnaufen ließen wir es auf den bestens präparierten Pisten bis zur Idalpe so richtig krachen! „Stopp“, hieß meine Devise. Hier fuhr ich noch nie vorbei ohne eine frische Halbe. Nach kurzem Kommentar: „da geht’s ja zua wia aufm Ballermann“ schmeckte die Halbe vorzüglich und wir konnten ganz entspannt die immerhin noch 8km bis nach Ischgl nutzen, um unsere Eindrücke zu verarbeiten und unter der Rubrik „bleibend“ abzuspeichern!


Aufbruch nach hervorragendem Frühstück

Letzter Blick zurück zur Hütte

Val Gronda, je ein Fuß in der Schweiz und Österreich

Die letzten Höhenmeter sind geschafft

Greitspitzkreuz, allerdings mit Ski nicht erreichbar

zufriedene Gesichter, Heini als Fotograf

Fazit:

Besser könnte eine 4-Tagestour nicht gelingen. Für jeden Teilnehmer das seine dabei, auch die Höhenmeter waren richtig angesiedelt. Man kann sich denken was bei 9 Gipfel so raus kommt, je nach Fleißaufgabe bis zu 7000.

Teilnehmer: Heinrich Riesemann, Christoph Reitschuh, Hansi Abstreiter (Abbi), Hubert Metzler und Anderl Hager: Tourenleiter und Bericht

Bildmaterial:
alle Teilnehmer

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aktualisiert: 30.03.2012 A.H.

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