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Wetterleuchten in Südtirol
Bergwanderwoche vom 30.06. bis 07.07.2012 in Mareit im Ridnauntal.

Zwei fleißige Bergwandergruppen um Hogger Max und Schreckenbauer Sepp trafen sich bereits am Samstag bei der Anreise auf dem Sattelberg (2119 m), dem westlichen Grenzberg zwischen dem österreichischen Tirol und Südtirol, zu ihrer gegenseitigen Verwunderung. Alle waren früh abgereist, um schon diesen Tag zu einer Bergfahrt zu nutzen.

Bei der Ankunft im Hotel Pulvererhof über Mareit gab es ein großes Hallo. 27 Teilnehmer waren wir dieses Jahr.

Am schwülen, sonnigen Sonntag teilten wir uns in Gruppen. Während die heißblütigen die Hohe und Kleine Kreuzspitze (2743 m und 2518 m) vom Ratschingstal aus in einer satten Acht-Stunden-Tour eroberten, bestieg die umfangreichere Gruppe vom Jaufenpass (1990 m) die Jaufenspitze (2480 m). Weitere wanderten vom stillgelegten Bergwerk im Talgrund (1426 m) über die schattige, gischtgekühlte Bodensteiner-Schlucht mit den mächtigen Wasserfällen zur von Familien und Bergradlern vielbesuchten Aglsbodenalm (1717 m). Ein Gewitter in der Nacht brachte etwas Abkühlung, aber für den Rest der Woche auch unbeständiges Wetter. Die ganze Woche waren zu jeder Tageszeit heftige Gewitter mit überraschenden Regengüssen angesagt.

So konnten am Montag keine großartigen Bergfahrten durchgeführt werden. In verschiedenen Gruppen besuchten wir die Gilfenklamm, von Mauls aus das Valser Jöchl (1933 m) oder wanderten auf dem Talrundweg an schäumendem Bach entlang nach Gasse und versumpften dort beinahe bei 50-prozentigen Grappa.

Am Dienstag zeigte sich das Wetter besser. So brachen die meisten zu Jogilialm (1987 m) auf steilem Steig auf. Anstatt drei war die Sennerin allein, der Andrang groß, unsere Frauen griffen tüchtig zu die Wirtin zu unterstützen. Zum Dank sang sie dann Gstanzl´n, selbstbegleitet auf der Gitarre. Sepp mit seinen vier Damen fuhr auf das Penser Joch (2215 m) und wanderten zum Zinseler (2422 m).

Herrlich zeigte sich der Morgen am Mittwoch. Mit den Autos ging es nach Sterzing hinunter und dann mit der Kabinenbahn auf den Roßkopf (Bergstation 1820 m). Dort teilten wir uns. Während die einen den hinteren Telfer Weißen (2588 m) bestiegen, wanderte die andere Gruppe über den Roßkopf (2189 m) zur Ochsenscharte (2178 m). Von wegen Wanderung: Eine mühsame Kletterei wurde dies. Nicht ungefährlich! Vor allem schlugen sich die Damen tapfer. Nur unser Neuling Ferdl aus Rosenheim zerriss sich ein Hosenbein von oben bis unten und holte sich so einen Sonnenbrand am Knie.

Am Donnerstag führte Felix seine Gruppe zu Aglsalm (2004 m) mit den überwältigenden Blumenwiesen und dem herrlichen Einblick in das Ridnauntal.

Weitere waren in der Burghart Klamm und auf der Grohmann- und der darüber liegenden Teplitzerhütte (2588 m). Hogger Max war auf dem Weg vom Penser Joch zum Zinseler mit Ferdl und fünf Frauen. Auf dem Gänskragen (2322 m), während er fotografierte, brach er plötzlich bewusstlos zusammen. Ein Schock für alle. Rinner Anni eilte zum Penser-Joch-Haus und alarmierte die Hubschrauberrettung. Schnell war er da, der Hubschrauber. Der Notarzt diagnostizierte Herzinfarkt. Max wurde zuerst in´s Krankenhaus Sterzing geflogen, dann unverzüglich nach Bozen überführt. Nach zwei Tagen wurde er zur Weiterbehandlung nach Vogtareuth verlegt. Dieser Vorfall schockte uns alle, als wir am Abend davon erfuhren. Wir wünschen Max baldige Genesung.

Heftige Gewitter am Abend, in der Nacht und am Morgen. Regen am Freitag früh. Aussichtsloses Bergwetter.

Als Alternative bot sich für viele ein Besuch des Schaubergwerks am Schneeberg an, 1986 wegen mangelnder Rentabilität stillgelegt, in dem seit Jahrhunderten Silber-, Blei- und Zinkerze geschürft und aufbereitet wurden. Eine Welt für sich mit einem Dorf auf 2200 m Höhe mit Schule, Wirtshaus und Kirche. Über 200 km wurden die Stollen in den Berg getrieben. Zuerst mit Saumpferden, später mit kilometerlangen Seilbahnen und Schrägaufzügen wurde das Erz ins Tal zur mechanischen und chemischen Aufbereitung gebracht. Abwässer machten den Ridnaunfluss und den Eisack bis hinter Brixen zu einem toten Gewässer, über dem Tal lag Jahrhunderte eine braune Dunstglocke.

Gegen Mittag riss der Himmel auf. Die beim Kartenspiel im Hotel gebliebenen starten sogleich auf den Mareiter Stein (2192 m). Die Schaubergwerksbesucher konnten von dort auf der alten Erzstraße zum Hotel zurückwandern.

Alle gesund gebliebenen waren hoch zufrieden mit dieser Tourenwoche und wünschten sich für 2013 ein neues Angebot.
 
Fritz Graml.


Katharina auf dem Weg zu den
Kreuzspitzen

Sepp mit den vier Frauen (eine fotografiert)
auf der Kl. Kreuzspitze

Die musikalische Sennerin auf der Jogilialm

In der Gilfenklamm

Mareit

Der Jogilihof in Gasse, darüber die
Knappenkirche St. Magdalena
und die Wetterspitze (2709m)

Die Bergwerksbauten im Tal

Auf der Jaufenspitze

Auf dem Weg zum Telfer Weissen

Vor der Rückreise haben nicht alle Zeit
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aktualisiert: 29.07.2012 A.H.

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