Tourenbericht
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Osterschitour vom 18.04. – 21.04.03 im Herzen der Silvretta

Silvretta, allein schon der Name bezaubert“, bemerkte Hermann Kornacher in seiner treffenden Beschreibung der Berggruppe, und Walther Flaig, der unvergessene Silvretta-Chronist, schrieb in seinem ersten Skiführer aus dem Jahre 1932 zur Besonderheit der Landschaft:“Der Glanz der mächtigen, oft sanften Ski-und Firnschneefelder steht in hellem Gegensatz zu dem warm-dunklen Rotbraun und Graugrün des schroffen Kristallingesteins.“ Wie eine Perlenkette lassen sich die Skigipfel der Silvretta zur „Haute Route“, der legendären Silvretta-Durchquerung, verbinden. Das alles und noch vieles mehr ist es wohl, was das Image der Silvretta als Dorado für Tourengeher ausmacht.

Pünktlich um 7.00 Uhr sind wir am Parkplatz in Galtür. Die Jeep`s stehen bereit und wir sind bereits Richtung Jamtalhütte unterwegs. Die „Jam“, wie die Jamtalhütte der DAV-Sektion Schwaben gerne genannt wird, ist wohl der bekannteste und meistbesuchte Silvretta-Stützpunkt. Die Hütte war in ihrer mehr als hundertjährigen Geschichte – die Sektion Schwaben gehört wie bei Sektion Heidelberg zu den Vereinsgründern von 1869 – immer wieder zu klein, mußte erweitert und ausgebaut werden. Heute ist sie eine moderner Gastronomiebetrieb im Hochgebirge und muß –als eine der größten Alpenvereinshütten – hohen Umweltstandards genügen. Ca. 5 KM bringen uns die Fahrzeuge der Hütte näher, ehe wir in einen Art Pistenraupenbus umsteigen. Mit diesem Gefährt geht es bis zur Hütte. Früher wäre dies kein Thema gewesen, doch mit der Zeit wird man bequemer und umgeht so den mühsamen Hüttenzustieg. Das positive ist aber dabei , man ist früh auf der Hütte und kann noch den ganzen Tag für Touren nutzen.

Genau das machen wir auch. Wir haben uns heute für den Nördlichen Augustenberg (3228m) entschieden. Nach kurzem Hüttenaufenthalt stehen wir in voller Montur bereit und nach der Pipskontrolle geht es los. Es geht Taleinwärts, zuerst steil bergauf zum „Steinmanli“ und dann weiter in eine flache Querung, ehe wir in den Chalausferner einbiegen. Es scheint die Sonne, doch durch den leichten Wind firnt der Schnee nicht auf. Aber mal sehen, denn bis wir wieder Abfahren wird noch einige Zeit vergehen. Nach einer kurzen Pause steigen wir auf und kommen zur Scharte Fuorcla Chalaus. Hier ist auch bereits die Grenze und wir befinden uns nun auf schweizerischen Gebiet. Nun sehen wir auch zum Gipfel. Eine ganze „Schlange“ Tourengehern wälzt sich südseitig über den Vadret de Chalaus zum Gipfel. Doch nach einer halben Stunde sind auch wir am Gipfel und können die schöne Aussicht genießen.

Panorama Augustspitze

Für die Abfahrt nehmen wir die gleiche Route wie für den Aufstieg. Wie wir schon vermutet haben firnt es heute nicht auf. Trotzdem können wir , jeder für sich seine eigenen Bahnen ziehen. – fast wie eine Piste – und so manche versucht mal links mal rechts für sich die besten Verhältnisse zu finden.

Auf der Hütte werden uns die Quartiere zugewiesen und jeder ist begeistert. Ein super Komfort, fast wie im Hotel, aber doch auf einer Hütte. Auch das Essen schmeckt super. Ich kann nur für mich sprechen, aber bei diesen Portionen und auch bei dem Frühstück braucht man sich keine Brotzeit mehr von Zuhause mitnehmen.

Am zweiten Tag geht es zum wohl bekanntesten „Silvrettaklassiker“, der Dreiländerspitze (3197 m). Die Sonne ist bereits weit vor uns aufgestanden und nach dem gemütlichen Frühstück starten auch wir. Das Gelände ist nicht schwierig und wir steigen bis zum Schidepot auf. Einige Wolken sind bereits aufgezogen als wir kurz vor dem Gipfel stehen. Der Gipfelfels ist leicht ausgesetzt und die Gruppen die vor uns aufsteigen haben alle Steigeisen und Pickel dabei. Doch wie sich herausstellt ist der Aufstieg problemlos und so steigen einige von uns die letzten paar Meter zum Gipfel hoch. Ein fantastischer Gipfel und um so schöner die Aussicht als wir oben ankommen. Die paar Wolken haben sich wieder aufgelöst und die Bronzeplakette am Gipfel mit dem Schriftzug Graubünden, Vorarlberg und Tirol glänzt in der Sonne.

In der Nacht setzt auf Ostersonntag ein gewaltiger Sturm ein und wir können nur hoffen, daß dieser sich wieder bis in den Morgen legt, denn es gibt hier so viele Gipfel und nur wenige davon haben wir erkundet.

Der Wind hat sich zumindest ein wenig gelegt doch kämpfen wir um Höhe zu gewinnen. Die Hintere Jamspitz erreichen wir aber ohne große Schwierigkeiten, doch der Wind läßt uns nicht lange am Gipfel verweilen. Wir fahren zügig zur Hütte zurück und genießen den Ostersonntag bei einem oder zwei... Gläschen Wein und einer Runde Schafkopf und lassen so den Feiertag ausklingen. Obwohl sich der Wind am Nachmittag gelegt und die Sonne wieder am Zenit steht lassen wir die Schi im Keller.

Das Beste kommt aber zum Schluß. Ein Schmankerl war sicherlich die Haag Spitz (3029 m). Dieser Aufstieg wird oft für den Übergang zur Wiesbadener Hütte benutzt.

Das Wetter ist heute wieder grandios und die Sonne leuchtet schon auf unseren Hang. Am Gipfel machen wir Rast und lassen unsere Blicke schweifen. Doch schon nach kurzer Zeit machen wir uns auf den Weg, um den optimalen Firn zu erwischen. Diesmal ziehen wir unsere Spuren in Bilderbuchfirn und krönen so unsern Abschluß unserer Silvretta-ostertour.

Natürlich wurden noch weiter Gipfel bei der Ostertour begangen. Doch dies waren die Gruppenziele und weiter möchte ich hier nicht ausholen.

Sicherlich bleibt die Silvretta noch lange in Erinnerung und wird den Einen oder Anderen schon bald wieder in seinen Bann ziehen. Das Panorama weckt Lust auf Neues, uns Unbekanntes, obwohl uns klar ist, wie wenig wir erst von der „Blauen Silvretta“ kennengelernt haben und wieviel sie uns noch zu bieten hat.

 

Teilnehmer:

Dürrer Eugen, Reiter Herbert, Leitenbacher Irmi, Strohmeier Wasti, Buchwinkler Lidwina, Robert Heilmeier, Berger Hans-Peter, Birnbacher Hubert, Enzinger Albert, Zell Albert, Krammer Simon, Monika Staller, Schillinger Josef, Staller Albert

 

Bericht:Albert Staller

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aktualisiert: 12.12.04 A.H.

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