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Tourenwoche im Val de Sole
4. 9. bis 11. 9. 2004

Ein Tal an der Südseite der Alpen eingebettet zwischen dem Stilfserjoch-Nationalpark, zu dem seine zwei Seitentäler von Peio und Rabbi gehören und dem Naturpark Adamelo-Brenta, der sich von Dimaro in Richtung Folgarida-Madonna-di Campiglio erstreckt, bietet das Val di Sole Dank seiner unter Naturschutz stehenden Gebiete, die Möglichkeit aufzutanken und Kraft zu schöpfen. Der Stilfserjoch-Nationalpark ist flächenmäßig das größte Naturschutzgebiet im Alpenraum und breitet sich vollständig um das Ortler-Cevedale Massiv aus. Der Naturpark Adamello-Brenta ist kleiner und vor allem dadurch bekannt, dass nur in diesem Gebiet der Alpen der Braunbär überlebt hat. Von erstrangiger Bedeutung sind bei den Touren die Schutzhütten. 

Wir hatten für unsere Woche das Seitental von Peio mit dem kleinen Ort Gogolo ausgesucht. Das Hotel Cevedale war unser Ausgangspunkt und Bleibe für die Tourenwoche 2004. Am Samstag fuhren wir mit dem Auto ins Tal Valle del Monte zum Rif. Fontanino, am nahegelegenen Parkplatz war Endstation. Hinein in die Bergschuhe und  hinauf zum Lago di Pian Palu auf 1830 m. Gemeinsam gingen wir ein Stück des Weges am See entlang, dann trennten sich unsere Wege. Ein kleiner Teil der Gruppe umrundete den See, was sich als sehr abenteuerlich herausstellte. Die Anderen peilten den M. Redival (2973 m) an, den Gipfel bestiegen nur vier Mann, da sich der Gipfelaufbau als sehr brüchig zeigte. Der Abstieg war nicht einfach und sehr zeitraubend, es kamen alle unten gut an. Nach einer kleinen Stärkung im Refugio ging es zurück ins Hotel.

War am Vortag doch die Eingehtour schon recht groß ausgefallen kam heute der 3645 m hohe Viotz dran. Von Peio fuhren wir mit der Sesselbahn zum Rif. Dos die Cernbri, ab hier bildeten sich wieder zwei Gruppen, eine kleine Gruppe stieg in Richtung Rif. Toni-Turi auf. Auf dem Rückweg bereitete das Überqueren des Baches erhebliche Schwierigkeiten, Schmelzwasser hatte den kleinen Bach zu einen reißenden Fluss werden lassen. Alle Anderen marschierten auf einen sehr schön angelegten Steig bis zum Rif. Mantava di Vioz, nach kurzer Pause bestiegen alle den nahen Gipfel. Doch schon bald drängte die Zeit zum Abstieg, wollten wir doch die Sesselbahn als Abstiegshilfe nutzen. Schade, war doch unten Nebel und wir genossen noch die Sonne.

Am dritten Tag hatten wir uns eine andere Richtung ausgesucht. Mit dem Auto ging es nach Madonna de Campiglio in die Brentagruppe. Alle nutzen wir die Gondelbahn als Aufstiegshilfe bis zur Bergstation Rif.Stoppani, ein Klettersteig stand auf dem Programm. Da nicht alle mitgehen wollten teilten wir uns wieder. Die Ersten erwanderten das Rif. del Tuckett und stiegen dann nach Campiglio ab. Die andere Gruppe eilte den Klettersteig entgegen. Ein leichter Steig, der nur an ein paar Stellen als Klettersteig zu bezeichnen war, erwartete uns. Über den Sent-Gustavo und Sent-Constanzi zum Passo die Val Gelade und weiter zum Sasso Alto, der aus Zeitgründen nicht mehr möglich war, hatten wir doch noch den halben Bergstock zu umrunden, um zur Gondelbahn zu gelangen. An der Talstation trafen wir wieder alle zusammen und fuhren gemeinsam in unsere Unterkunft zurück.

Am vierten Tag war ein gemütlicher Nachmittag geplant, den mussten wir uns am Vormittag jedoch erst verdienen. Mit den Fahrzeugen fuhren wir die schmale Strasse zum Rif. Maga.-Mare auf 2031 m. Ab hier ging ein schöner Steig zum Natursee Lago-Lunga (2553 m), bei herrlichen Wetter, es war ein Tag wie im Bilderbuch, ein Eldorado für unsere Fotografen. Aber schon drängte die Zeit den Rückweg anzutreten, sollten wir doch pünktlich beim Mittagessen sein, wozu uns das Hotel auf die hauseigene Alm eingeladen hatte. Was uns hier erwartete übertraf  unser aller Erwartung. Ein großzügig angelegter Brotzeitplatz mit Tischen, Feuerstelle und einer alten prächtigen Almhütte. Wir liesen uns verwöhnen, konnten ausruhen und Kraft tanken für die kommenden Tage.

Donnerstag bestiegen vier Mann bei herrlichem Wetter den 3769 m hohen Monte Cevedale bei besten Bedingungen. Die zweite Gruppe stieg über den Stausee zum Rif. Larcher und weiter zur Fürkel-Scharte auf. Wie besprochen trafen wir fast alle gleichzeitig auf der Larcherhütte ein. Nach einer kräftigen Stärkung machten wir uns gemeinsam auf den Weg zurück. Ein schöner und ausgefüllter Tag ging zu Ende.

Am letzten Tag war die Presanello dran, wollten wir sie doch auch noch kennen lernen. Vom Tornale-Pass ging es erst zum Ex Forte Presanello, ein herrlicher Aussichtspunkt und weiter zu unseren Ziel, daß Rif. Stavel-F Danza. Alle erreichten das Ziel. Eine ausgedehnte Rast und ein Abstecher zum nahegelegenen See rundete diesen schönen Tag ab. Beim Abstieg trennten sich die Fahrer von den Anderen, um auf dem gleichen Weg zurückzugehen. Der Rest der Gruppe stieg über einen kürzeren aber steileren Steig ab. In der Ortschaft Stavel an der Passtrasse gelegen wurden sie von den Fahrzeugführern aufgenommen.

Am Abend ließen wir die Woche gemütlich ausklingen und noch einmal genossen wir die vorzügliche Küche des Hotel Cevedale, dass uns eine Woche Heimat war. Ein familiär geführtes Haus, gepflegt und im alten Stil, den modernen Gast Tradition und Qualität bietend und dessen Besitzer gut Deutsch sprechen, was für uns wichtig war.

Allen Teilnehmern möchte ich danken für die Disziplin und das gegenseitige Vertrauen, nur so konnten wir eine angenehme und ich hoffe für alle zufriedenstellende Tourenwoche verbringen. Und vielleicht kommen wir im Sommer oder Winter wieder, das Tal der Sonne zu besuchen.

Euer Franz Waldhutter

 

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aktualisiert: 01.02.05 A.H.

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