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Klettertouren am Kleinen Watzmann
Vereinstour mit zwei Gesichter am 11.09.2005

Der Wetterbericht sah für diesen Tag alles andere als sicheres Schönwetter voraus. Aber die Bemerkung über sonnige Abschnitte in Südbayern ließ Hoffnung aufkommen. Umdrehen kann man ja immer noch!
Bereits am Auto fiel eine erste wichtige Entscheidung: wer nimmt das ganze schwere Kletterzeug mit und wer geht die leichte Kletterei über das Kriechband? Resi, Mike und ich entschieden uns für die einfachere Genußtour ohne dem ganzen Eisenzeug, Robert und Schorsch wollten diese Entscheidung erst am Wandfuß treffen.
Zunächst strampelten wir fünf mit dem Bergradl von der Wimbachbrücke auf der steilen Forststraße nach Kühroint rauf. Zügig erreichten wir bei noch bedecktem Himmel das Watzmannkar. Immer größere Wolkenlücken ließen die Hoffnung aufkommen, daß das Wetter halten könnte. Deshalb trennten wir uns am Einstieg zur NW-Verschneidung. Robert und Schorsch machten sich für die Kletterei fertig.

 


Im Watzmannkar. Gespannte Blicke in die Westwand.

links: nun geht es ab Kühroint  zu Fuß weiter


seilfrei am Westwandband bis zum Einstieg der NW-Verschneidung

Wir gingen weiter über die Watzmannscharte (Einschnitt zwischen Kleinem Watzmann und Ersten Kind) und über das sogenannte Kriechband der Südwand seilfrei zum Gipfel. Strahlender Sonnenschein belohnte uns für den 4-Stunden-Aufstieg. Immer wieder verdeckten aber Nebelfetzen die umliegenden Gipfel und den Blick ins Tal.

 


der luftige Quergang zur Watzmannscharte muß auch erst gefunden werden!

erster Blick nach Osten 
(hier die markanten Teufelshörner)

rechts: mitten im Südwandband (sogenanntes Kriechband, nur am Beginn etwas überhängend)



Ausstieg vom SW-Band

Schrofengelände an der Südseite

Blick zur "Widerroute" am Watzmann

Watzmann-Süd- und Mittelgipfel

Über den Wolken!!!!

markanter Punkt: die Schönfeldspitze

Nach ausgiebiger Gipfelrast stiegen wir nun über den Ostgrat ab. Leider war von dem wunderschönen Tiefblick zum Königssee nichts mehr übrig. Die Suppe wurde immer dichter. Zum Glück hatte ich mir eine Woche vorher die Tour bei klarer Sicht angesehen und selbst noch einige Steinmännchen zur Orientierung aufgeschichtet. Sie leiteten uns sicher zum Mooslahnerkopf und von dort ging es auf dem nicht bezeichneten aber ausgetretenen Pfad nach Kühroint.

 

 


3 Männchen im Nebel
Mike: "braves Steinmännchen"

am Ostgrat

Einkehr in Köhroint; 
wir freuen uns auf die 800-Hm-Abfahrt mit unseren Fahrrädern!

Bei der Einkehr fing es nun leicht zu regnen an. In der Gewissheit, die anderen sind auch schon beim Abstieg, fuhren wir mit unseren Rädern zum Auto zurück. Wir saßen gerade im Auto, als ein heftiges Gewitter mit enormen Platzregen niederging.

Eine Handyverbindung zu unseren Kletterern war nicht möglich. Wo werden sie wohl sein? Aus der Wand sind sie sicher, beruhigten wir uns. Schlimmstenfalls müssen sie am Grat Unterschlupf suchen. Aber bestimmt sind sie schon im Wald oder gar bei der Einkehr auf Kühroint.
Erst zwei Stunden später kam der erlösende Anruf: sie sind nun an der Wimbachbrücke angekommen! Die dauernde Netzsuche hatte den Handyakku leergesaugt, deshalb konnten sie sich nicht früher melden.
Wie ging es Ihnen? Roberts telefonischer Kommentar:

Zunächst kam wir in der Riesenverschneidung recht gut voran. Doch kurz vor Ende dieser Verschneidung fanden wir uns nicht mehr zurecht, kamen in schwierigeres Gelände und mußten ein Stück abseilen. Es regnete bereits, als wir den Ausstieg zum SW-Grat fanden. Auf ihm warteten wir das Gewitter ab, es hagelte heftig. An einen Weiterweg zum Gipfel war deshalb nicht zu denken. Über das SW-Band und die Watzmannscharte flüchteten wir ins Kar. Leider hatten wir keinen Fotoapparat dabei, um dies alles festzuhalten. Denn es war sehr beeindruckend. Aus den Wänden ringsum stürzten gewaltige Wasserfälle ins Kar hinunter, die uns sicher aus der Wand gerissen hätten. So endete, total durchnäßt, für uns die Tour.

An diesem Tag zwei grundverschiedene Touren am gleichen Berg!

Alois Herzig

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aktualisiert: 26.08.2012 A.H.

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